Covid-19-Maßnahmenplan ab Juli 2020

Zum 1. Juli 2020 wird die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg reformiert und einige der bisherigen, separaten Verordnungen werden darin zusammengefasst. Das erleichtert uns die Einschätzung etwas, wie wir künftig weiter vorgehen müssen, dürfen, können und sollen.

Kurz zusammengefasst der aktuelle Stand: Seit Anfang Juni gab es schon einen nicht-öffentlichen Betrieb, vor allem für die Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten im Haus. Ab dem 1. Juli werden wir nach und nach einen zu Anfang sehr eingeschränkten Öffentlichkeitsbetrieb aufnehmen. Neu-Einweisungen in Geräte und Ausstattung sind in diesem Rahmen erst einmal nicht möglich.

Auflagen

  • Der Zutritt zum Haus ist nicht erlaubt für Personen,
    • die in Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem letzten Kontakt noch nicht 14 Tage vergangen sind, oder
    • die typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus, namentlich Geruchs- und Geschmacksstörungen, Fieber, Husten sowie Halsschmerzen, aufweisen.
  • Ihr sollt direkt bei Betreten des Hauses die Hände gründlich mit Seife waschen und mit Einmalhandtüchern abtrocknen. Das ist nur in den Toiletten im Treppenhaus Nummer 7 möglich. Deswegen ist die Glastüre in Hausnummer 9 versperrt und soll nicht für Publikum geöffnet werden. Der Zutritt per Chipkarte ist erlaubt, falls Hausnummer 7 versperrt ist.
  • Direkt nach dem Hände waschen ist die Registrierung mit Name, Datum, Uhrzeit und einer Kontaktmöglichkeit erforderlich, damit Gesundheitsamt und/oder Ortspolizeibehörde mit den hinterlassenen Daten ggf. eine Infektionskettennachverfolgung betreiben können. Näheres zur Verarbeitung dieser Daten ist auf den ausliegenden Formblättern festgehalten.
  • Wenn möglich, sollen sich nicht mehr als 20 Personen in den Verschwörhaus-Räumen befinden. Die aufgestellten Regeln kommen in dem Fall dennoch zur Anwendung. Die absolute Personenobergrenze richtet sich nach dem stets einzuhaltenden Abstand.
  • Beim Aufenthalt im Haus ist immer ein Abstand von wenigstens 1,50 Metern zwischen Personen einzuhalten, auch bei Bewegungen auf Verkehrsflächen.
  • Die Räume sollen während der Nutzung möglichst ständig durch geöffnete Fenster belüftet werden.
  • Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist empfohlen.
  • Diese Auflagen zu Zutritts- und Teilnahmeverboten, Abstandsregeln, Hygienevorgaben und Händewaschauflagen und -möglichkeiten sowie die Umleitung vom Eingang Nummer 9 zu Nummer 7 sind in Aushängen auf Deutsch und Englisch einsehbar.

Hintergründe und Erklärung

Wieder und wieder kamen und gingen die Fristen, bis zu denen die Einschränkungen der CoronaVO gelten sollten. Mehrfach war es so, dass zum kommenden Montag die Verordnung auslief, und die Regierung erst im Laufe des Samstag mittag davor bekannt gab, welche Auflagen und Regeln danach gelten sollten. Das war etwas zermürbend und hat auch einige Male die bereits skizzierten Pläne wieder umgeworfen.

Lange war außerdem nicht klar, unter welche genaue Regeln das Verschwörhaus fallen würde. Handelt es sich um einen Veranstaltungsort im Sinne der (zum 1.7. entfallenden) CoronaVO Veranstaltungen? Dann hätte es jedes Mal ein im vorhinein festgelegtes Programm und fest zugewiesene Sitzplätze geben müssen – auf „wir sägen was im Keller“ passte das einfach nicht. Sind wir gar „Anbieter für Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumlichkeiten“? Dann hätten wir gemäß der ebenfalls zum 1.7. entfallenden Verordnung sicherstellen müssen, dass immer nur eine Person auf einmal einen Toilettenraum betritt. Und überhaupt, wer sind wir eigentlich, und wenn ja, wie viele? Bei uns gibts keine Bildungsabschlüsse, d.h. wir fielen erstmal nicht unter Bildungseinrichtungen, und Jugendhaus war auch nicht das richtige, und eigentlich gibt es einen Verein, aber was ist mit den Besucher:innen, die nicht im Verein sind, und wie verhalten sich hauptamtliche Beschäftigte der Stadt dazu und [hier Schreigeräusch einfügen].

Das war der Grund, warum ab Juni erst einmal eine ausdrücklich nicht-öffentliche Lockerung in Kraft trat: Diejenigen, die die Infrastruktur und die Gerätschaften im Haus regelmäßig warten und ausbauen, sollten das nun auch legal tun dürfen. Mit der Konsolidierung der Verordnungen zum 1.7. versuchen wir uns jetzt auch an einer vorsichtigen Wiederaufnahme des Betriebs.

Das ist jedoch erst einmal alles unkartiertes Terrain. Der Betrieb und die Angebote sind zum überwiegenden Teil von der Zivilgesellschaft für die Zivilgesellschaft. Das heißt, erst einmal heißt es, langsam überhaupt wieder mal die vielen Ehrenamtlichen im Haus zu haben, die vorher monatelang gar nicht oder nur sporadisch hier waren. Und von einzelnen, die sich weiterhin relativ strikt in ihrer direkten Bezugsgruppe isolieren, habe ich auch schon gehört, dass sie ausdrücklich weniger ins Haus kommen werden, wenn hier wieder offener ist.

Das wird für die kommenden Wochen bedeuten, dass wir uns erst einmal langsam an die neue Betriebsrealität herantasten werden: Mit einem Programm, dass sich zunächst einmal weniger an die breite Öffentlichkeit richtet, denn an die vielen Aktiven, die nun schon lange nicht mehr hier im Haus waren. Von dort aus werden wir Schritt für Schritt erproben, ob und wie es weitergehen kann.

Das ist unbefriedigend für alle die, die schon längst einmal neu ins Haus kommen und Dinge tun wollten, vor allem nach den langen Wochen der Isolation. Eine bessere Alternative fällt uns aber derzeit nicht ein.

„Wie gut kennst du deine Stadt?“ – Lab-Workshop im Rahmen des Festivals contre le racisme

Online-Lab-Workshop gegen Rassismus und Kolonialismus

Die Black-Lives-Matter-Proteste haben auch unsere Wahrnehmung von Rassismus im Alltag geschärft. Immer wieder fallen uns jetzt rassistische
Bezeichnungen oder koloniale Überreste auf. Wir wollen uns in unserem Online-Workshop am 19. Juli von 14-17.30 Uhr damit beschäftigen, wo sich Kolonialgeschichte, Rassismus oder Militarismus in unserer Ulmer Umgebung, etwa in Straßennamen oder Denkmälern findet. Außerdem geht es darum, diese auch für andere sichtbar zu machen und Hintergründe zu erklären.

Finde rassistische und militaristische Straßennamen in Ulm mit open source

Dazu haben wir großartige Werkzeuge: Software, Daten und freies Wissen
im Internet!  Wir schauen uns online an, wo wir ein komplettes Straßenverzeichnis finden, wie man das verarbeiten und
durch weitere Informationen ergänzen kann. Am Ende des Workshops soll ein Stadtplan auf Basis von OpenStreetMap-Daten stehen, auf dem die Geschichte von Ulmer Straßennamen sichtbar wird: Welche sind problematisch, welche sind wirkliche Vorbilder? Dazu verwenden wir vor allem freie Online-Tools.

In Zusammenarbeit mit dem Festival contre le racisme

Wir freuen uns euch unseren Lab-Workshop im Rahmen des Ulmer Festivals contre le racisme anbieten zu können. Der Workshop ist kostenlos und für alle Interessierten ab 14 Jahren. Seit ihr jünger und möchtet unbedingt mit am Start sein? Da wir auch die (Kolonial-)Geschichte einzelner Straßen oder Denkmäler im Internet recherchieren, sollten insbesondere jüngere Teilnehmende mit ihren Eltern vorab besprechen, ob sie sich das zutrauen oder vielleicht Unterstützung bei der Recherche benötigen.

Voraussetzungen:

Um mitzumachen braucht ihr einen Computer und Internet. Außerdem wäre ein Headset super. Tablet oder Smartphone reichen leider nicht aus, weil wir wirklich mit Daten arbeiten und auch ein bisschen programmieren wollen. Keine Sorge: Programmier-Vorkenntnisse braucht ihr keine, nur mit eurem Computer solltet ihr umgehen können.

Anmeldung:

Du bist am dabei? Cool! Schreib einfach eine Mail ans Jugend hackt Lab mit deinem Namen, danach bekommts du von uns einen Einladungslink in den virtuellen Seminarraum in BigBlueButton.

Kostenloser Lab-Workshop, für alle ab 14. Jahren: Sonntag, 19. Juli 2020, um 14.00 bis 17.30

 

Online-Lab-Workshop: „Escape My Game“ mit Creative Gaming

Escape my Game

Eine Gruppe, ein enger Raum … In Escape Games versucht man durch gemeinsames Lösen spannender Rätsel einen Ausgang zu finden. So einen Raum selbst zu entwickeln kann herausfordernd sein, schließlich sind eine Menge Material und Objekte für den Aufbau notwendig. Aber nicht im Digitalen!

In der virtuellen Welt von RecRoom sind schnell Wände hochgezogen, Fackeln gesetzt und Puzzle gebaut. Wir schauen uns kleine Beispiele an, beschäftigen uns mit Storytelling, 3D-Zeichnen sowie Gamedesign und lassen mit einem Minimum an Programmieren geheime Labore, dunkle Schlosskeller, alte Ruinen, untergehende Schiffe, kurz: all eure Vorstellungen, lebendig werden!

Auch das Spielen soll nicht zu kurz kommen: Die fertigen Räume probieren wir in Teams direkt aus. Anschließend können sie für euch, eure Freunde und alle anderen veröffentlicht werden.

Der Lab-Workshop findet online am Samstag, 30. Mai 2020, von 12-16 Uhr statt – wie immer kostenlos und offen für alle. Um für alle gute Betreuung und ein tolles Workshop-Erlebnis zu ermöglichen, sind die Teilnahme-Plätze begrenzt. Daher wird um eine vorherige Anmeldung per Mail gebeten (kurz euren Namen mitteilen reicht voll aus :)).

Voraussetzungen:

  • Internet,  PC (mit oder ohne VR-Brille, Maus, Systemanforderungen beachten: min. GTX970 & 8GB Ram!
  • Alternativ: iPhone/iPad, Oculus oder Playstation 4
  • Installiertes RecRoom
  • Headset
  • Keine inhaltlichen Vorkenntnisse notwendig, aber Umgang mit Maus+WASD (am PC) bzw. Gamepad (bei PS4) ist von Vorteil. 
Weitere Infos bekommt ihr nach der Anmeldung.

 

Workshop Leitung:

Matthias Löwe, Interaktions-Designer aus Berlin

Jennifer Jason, Gamdesignerin und Animatorin aus Berlin

Lab-Online-Workshop in den Pfingstferien: Elektro Theater

Elektro Theater am 2. und 3. Juni, 10h-14h

Wolltet ihr schon immer mal an einem Film oder einer Theatervorstellung mitwirken? Ob Schauspielern, Kostüme schneidern, Regie führen, Kulissen bauen, Story schreiben oder bombastische Effekte abfeuern – In unserem zweitätigen Online-Ferien-Workshop kommt ihr digital in Minetest zusammen und lernt nicht nur das Handwerkszeug, sondern setzt tatsächlich einen Film um.

Worum es gehen soll, ist euch überlassen … Liebesromanze, Monstermovie, Superheldinnen-Komödie oder eine Schatzjagd – Wir helfen beim planen und umsetzen eurer Ideen!

Mit am Start für diesen Online-Workshop sind Benny und Jennifer von Creative Gaming. Der Workshop findet an zwei Tagen, am 2. und 3. Juni 2020 jeweils von 10-14 Uhr in den Pfingstferien statt.

Kooperation mit dem Jugendhilfswerk Freiburg

In Zusammenarbeit mit dem Jugendhilfswerk Freiburg können wir dieses Angebot für Jugendliche von 12-18 Jahren kostenlos anbieten. Da die Teilnehmer*innen-Zahl begrenzt ist, bitten wir euch um eine vorherige Anmeldung beim Lab-Koordinator Tom Novy.

Vorraussetzungen

PC/Mac (notfalls auch ein Android-Handy) mit Maus, Headset, installiertes Minetest, Internet; nähere Infos erreichen euch nach der Anmeldung. Es ist kein Vorwissen nötig!

Über Creative Gaming

Im 21. Jahrhundert gehören digitale Spiele zum grundlegenden Spielrepertoire von Jugendlichen und Erwachsenen. Dabei eröffnen digitale Spiele und ihre Nutzungsweisen ein gigantisches Potenzial – genau da knüpft die Initiative Creative Gaming an e.V an. Mit Standorten in Berlin und Hamburg macht sie sich seit 2007 mit Workshops, Fortbildungen, Ausstellungen, dem jährlichen Veranstaltungshöhepunkt PLAY – Creative Gaming Festival und jeder Menge Leidenschaft für einen kreativen, kompetenten und kritischen Umgang mit digitalen Spielen stark.

Web: www.creative-gaming.eu

Twitter: @creative_gaming

FSJ digital im Verschwörhaus ab dem Herbst

Ein Aufruf, der schon längst hätte veröffentlicht werden sollen, aber dann kam Covid-19… sei es drum: Das Verschwörhaus bietet ab September 2020 wieder ein FSJ digital an.

Das FSJ dient der Berufsvorbereitung, und wir bieten dir im Verschwörhaus einen Einblick in verschiedenste Tätigkeitsfelder:

  • Pflege von Website und Social Media: Insbesondere Texte schreiben und veröffentlichen, aber auch Storytelling in Bild und Bewegtbild
  • Dokumentation von Veranstaltungen im Haus (Video-Livestreaming mit dem Video Operating Center, Aufzeichnung und Veröffentlichung)
  • Begleitung und Unterstützung von Maker-, Fablab- und sonstigen Workshops und unserem Angebot für Jugendliche (u.A. Jugend hackt Labs)
    Unterstützungstätigkeiten im Büro
  • Pflege und Betrieb der Infrastruktur (von der Werkstatt über das FabLab mit 3D-Druckern und Lasercutter bis zu Netzwerkdiensten und der Server-Infrastruktur in unserem 10-Gigabit-Netz)
  • Unterstützung bei den Projekten der Geschäftsstelle Digitale Agenda der Stadt Ulm: Digitale Technologien für die UlmerInnen be-greifbar und anschaulich machen

Unsere aktuelle FSJlerin Simone hatte im September letzten Jahres aufgeschrieben, was sie im FSJ digital bei uns macht – in der Zwischenzeit hatte sie sich auch in unser Home-Automation-System eingearbeitet, eigene Integrationen gebaut, und gemeinsam mit Kolleginnen aus der Digitalen Agenda die Welt programmierbarer IoT-Geräte erkundet.

Die offizielle Ausschreibung ist bei unserem Träger, dem internationalen Bund, zu finden.  Wir freuen uns sehr über deine Bewerbung per E-Mail an kontakt20 (at) verschwoerhaus.de bis zum 18. Mai 2020. Die Kennenlerngespräche werden dann per Videokonferenz stattfinden.

Lab-Online-Workshop: Grafikprogrammierung mit GLSL-Shadern

Habt ihr genug von Wasserfarben und Buntstiften? Und habt ihr Lust, mal mit eurem Computer kreative Bilder zu erzeugen? In diesem Workshop zeigt euch blinry, wie ihr mithilfe von Shadern eigene Grafikeffekte und Animationen erzeugen könnt!

Shader sind kleine Programme, die direkt auf der Grafikkarte ausgeführt werden, und eigentlich etwas sehr einfaches tun: Sie rechnen für jeden Pixel eine Farbe aus! Mit dieser Technik kann man allerdings viele verschiedene künstlerische Bilder, Muster und sogar 3D-Effekte erzeugen!

Von diesem Workshop habt ihr mehr, wenn ihr schon einmal ein wenig programmiert habt, und wisst, was Funktionen und Variablen sind. Die Programmiersprache GLSL, die wir verwenden werden, ist recht ähnlich zu C oder Java.

Damit wir uns während des Lab-Workshops unterhalten können, braucht ihr ein Mikro, oder idealerweise ein Headset. Wir treffen uns am Samstag, 16. Mai 2020 um 13 Uhr online auf BBB hier- https://bbb.ulm.dev/b/glsl-workshop .

Installieren müsst ihr nichts. Wir werden Tools verwenden, die einfach im Browser laufen. Probiert am besten vorher schon einmal aus, ob diese Seite bei euch flüssig läuft: https://www.shadertoy.com/view/ts33R2

Unser Jugend hack Lab Online Workshop ist kostenlos und offen für alle Jugendlichen und jungen Menschen.

 

Was wir gerade tun

Seit mehr als drei Wochen ist das Verschwörhaus nun geschlossen. Das verursacht bei manchen zwar schon Entzugserscheinungen, ist aber angesichts exponentieller Wachstumskurven der Covid19-Pandemie durchaus geboten. Es ist aber nicht so, als würden alle bei uns Aktiven nur zuhause sitzen und Däumchen drehen – ganz im Gegenteil, die vergangenen Wochen waren voller Aktivitäten, von denen wir hier kurz berichten wollen.

Jugend hackt: Geht auch dezentral!

Foto CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Leonard Wolf

Den Anfang macht die tolle Jugend-hackt-Community, die auch in Zeiten von distant socializing Wege gefunden hat, beisammen zu bleiben. Einem Wunsch der Jugendlichen in der Jugend-hackt-Austauschplattform Zulip folgend entstand binnen vier Tagen ein gemeinsamer Remote-Hackathon vom 19. bis zum 22. März 2020. Selbst für einen abendlich eingespielten Music-Act war dort Raum – eine spannende Erfahrung in Zeiten, in denen gerade sehr viel über Videokonferenzplattformen abläuft.

Videokonferenzplattformen sind auch das Mittel der Wahl, um im Jugend-hackt-Lab Ulm weiterzumachen. Der eigentlich als Präsenzveranstaltung geplante Ferienworkshop mit der e.tage findet diese Woche per Videotelko statt – Organisator Mat Loewe hat gemeinsam mit unserem Lab-Koordinator Tom in Windeseile ein Online-Alternativprogramm aus dem Boden gestampft, das derzeit läuft.

Auch der kommende Lab-Workshop am 17. April wird auf ähnliche Weise online stattfinden. Das hat zudem den Vorteil, dass wir Menschen als MentorInnen zuschalten können, für die ansonsten die Anreise aus Hamburg für einen Nachmittag gar nicht so einfach wäre – aus der Not wird so eine Tugend gemacht!

Amtshilfe und Videokonferenzsoftware

Damit das überhaupt funktionieren kann, leisten viele Menschen aus dem Verschwörhaus-Umfeld gerade Amtshilfe auf dem kleinen Dienstweg. Wir haben die Diskussion über kommerzielle Videokonferenzdienste aufmerksam verfolgt und uns dazu entschieden, auf Freier/Open-Source-Software basierende Lösungen auszuprobieren.

Wir haben uns hier für BigBlueButton entschieden, das ist eine Lösung, die vor allem aus der Onlinelehre kommt (und manchmal sieht man das dem System auch deutlich an). Max hat kurzerhand eine der Maschinen im Verschwörhauskeller dafür hergenommen und eine simple Installation hochgezogen, die wir seither verwenden. Das reicht vom Jugend hackt Lab über Orga-Telkos in verschiedensten Konstellationen bis hin zu städtischen Beschäftigten, die das System nutzen, wenn sie es benötigen. Seit gestern ist auch die Einwahl über klassisches Telefon möglich. Mehr zum Hintergrund, wie Verschwörhaus und Digitale Agenda gerade die städtischen Beschäftigten unterstützen, findet sich auch auf ulm.dev.

We averaged about 5-1/2 hours‘ sleep apiece, and we are estimating that the sleep was good.

A propos BigBlueButton. In den Osterferien rollen die Fellows der Digitalen Agenda gerade das BigBlueButton-System für testwillige Schulen in Ulm aus. Die Fellowship ist eine Idee, die schon 2012/13 in Deutschland umzusetzen versucht wurde, angelehnt an die Code for America Fellowship: Menschen aus dem Civic-Tech-Umfeld (wie dem Verschwörhaus) kommen eine begrenzte Zeit in die Verwaltung, um mit ihrem Wissen Dinge voranzutreiben. Bislang waren die drei Ulmer Fellows sehr in zwei Förderprojekten eingebunden, über die ihre Stellen überhaupt geschaffen werden konnten. In der aktuellen Lage zeigt sich aber, wie dynamisch eine Verwaltung agieren kann, wenn sie die passende Expertise und Luft für Zusatzprojekte im eigenen Haus hat. Gemeinsam mit der Abteilung Bildung und Sport soll jetzt eine Sofortmaßnahme angestoßen werden, damit erste Schulen direkt nach den Osterferien versorgt werden können – und zwar ohne sie an proprietäre Produkte zu binden. Zitat:

Es wurde […] die Apollo 13 Metapher bemüht. Wir sollen jetzt in einem kleinen Team den „CO2 Filter“ bauen und […] eine Einkaufsliste geben was wir brauchen

Die Zwischenüberschrift ist entsprechend aus dem Funkmitschrieb von Apollo 13 😉

Mehr zu diesem Projekt wird es in den kommenden Tagen als Erfahrungsbericht und Anleitung zum Nachmachen auf ulm.dev geben.

Masken und MakerVsVirus

Auch die Maker-Community engagiert sich, das Ihre beizutragen. Unter dem Titel Maker vs. Virus haben sich Fablabs, Hackspaces oder einfach nur Menschen mit 3D-Druckern zusammengetan, um passende Halterungen für Gesichtsschilde zu drucken. Diese können mit einer Folie versehen werden und reduzieren so den Kontakt von Aerosol mit dem Gesicht und vor allem dem Respirationstrakt der Tragenden.

In Ulm wurde recht schnell ein Hub eingerichtet, über den sich die hier Aktiven organisieren. Seit vergangener Woche produzieren das Verschwörhaus und das in unserem Hauskomplex untergebrachte Digitalisierungszentrum auf den jeweiligen Druckern passende Halter – und die Nachfrage ist durchaus da. Aus unserem Budget wurde vergangene Woche eine Bestellung über mehrere hundert Euro Filament ausgelöst, das wir hoffentlich bald anderen Makern in der Region bereitstellen können, die kostenfrei für medizinisches Personal produzieren möchten.

lokalwirkt: Öffnungszeiten und Lieferdienste

Aus der Code-for-Germany-Community entstand unterdessen in den vergangenen zwei Wochen die Plattform lokalwirkt.de

Das System basiert auf Einträgen von OpenStreetMap und erlaubt es, aktuell geänderte Öffnungszeiten, aber auch Liefer- und Abholmöglichkeiten einzutragen. Es baut von Anfang an auf Open Data auf und spielt die gesammelten Daten auch über eine Programmierschnittstelle aus, so dass es in beliebigen anderen Anwendungen nachgenutzt werden kann. So kannst du hier eintragen, wenn dein Lieblingsrestaurant auf Anruf Essen kocht und dann zu bestimmten Zeiten zur Abholung offen ist.

Die Plattform wird laufend weiter entwickelt – an manchen Stellen hakt es noch etwas. Wer sich beteiligen möchte, darf gerne auf Github mitentwickeln!

Online-Workshop: Code deine eigene App (17.4 / 15 Uhr)

Du hast Lust schnell und einfach eine eigene App zu entwerfen? Dann bist du in unserem kostenlosen Jugend hackt Online-Workshop genau richtig! Mit der Open-Source-Software „Flutter“ kannst du total einfach schöne Apps programmieren, die auf allen Betriebssystemen laufen.

Der Vorteil gegenüber vielen anderen Entwickler-Tools ist die Performance von Flutter-Apps. Wir schauen uns zuerst die Programmiersprache „Dart“ an der Flutter zu Grunde liegt. Danach wird ausprobiert, wie du mit Flutter eine einfache App gestalten und veröffentlichen kannst.

Du benötigst: einen PC/Notebook, Mikro + Cam und Internet. Anmeldungen bitte an: tomas.novy@jugendhackt.org – Dieser Jugend hackt Lab Workshop ist eine Kooperation mit der Jungen vh Ulm und offen für alle Jugendlichen von 12 bis 18 Jahre. Nach der Anmeldungen bekommt ihr weitere Infos zum Workshop und den Zugangslink.

Fragen zum Workshop gerne auch an unseren Workshop-Teamer: der@mit-dem-zopf.cf – „Der mit dem Zopf“ ist Hamburger Schüler, Junghacker*in und interessiert sich für Netzwerke, Fluter und Linux.

 

17.4.2020, Freitag um 15 Uhr per Big Blue Button.

Zugangslink wird nach der Anmeldung mitgeteilt.

Jugend hackt Lab goes online

Auch das Jugend hackt Lab stellt die derzeitige Situation vor eine Challenge. Wenn physische Angebote nicht möglich sind, geht es nur noch online. Aber wie? Jugend hackt steht vor allem auch für das Erarbeiten innovativer Konzepte in der Jugendbildung. Daher war uns im Team schnell klar, dass es nur mit Online-Meeting-Apps und Screen-Sharing als Lab-Ersatz nicht getan ist.

Die Idee dabei war kollaborative Online-Tools zu nutzen, welche in virtuellen Welten (z.B. VR-Chat, Rec Room, Minetest) eingesetzt werden können, um bspw. gemeinsame Spiele, Level, Figuren und Stories zu designen. In Zusammenarbeit mit Mat Loewe und der e.tage (Stadtjugendring) können wir nun unseren vormals ausgefallenen Ferienworkshop digital stattfinden lassen.

An drei Tagen, vom 6. bis zum 9. April, jeweils von 11-13 Uhr werden in einer virtuellen Welt (Minetest) kleine zeitkritische Challenges entwickelt und spielerische Szenen nachgebaut. Ganz ähnlich den Abenteuer-Spielbüchern, nur dass diesmal die Welt tatsächlich entworfen, betreten und erlebt werden kann. Und dies am heimischen Rechner mit niedrigen technischen Voraussetzungen.

Einige Plätze sind noch frei: angemeldet werden kann sich über die e.tage-Kursseite. Für Lab-Teilnehmer*innen wird auch weiterhin die Teilnahmegebühr voll übernommen.

Außerdem sind zwei kostenlose Lab-Online-Workshop in Planung, welche demnächst angeboten werden. Im ersten Workshop wird es eine Einführung geben in das Coden von Musik mit der App Sonic Pi. Der zweite Workshop zeigt Teilnehmer*innen, wie sie eine eigene App erstellen können mit der Software Flutter, und wie diese plattformunabhängig auf allen Geräten laufen kann.

So kann das Jugend hackt Lab auch in Zeiten von Corona spannendes Programm anbieten.

(Unveränderte Bildquelle: Vanessa Ezekowitz, Perttu; Ahola, et.al / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0))

 

CVE COVID-19: Aktuelle Maßnahmen

Dieser Text ist nicht mehr aktuell. Die Maßnahmen ab Juni/Juli 2020 sind hier erläutert.

Update vom 11. Mai 2020.

Anfang Mai hatten wir uns intern etwas ratlos beraten (haha), wie es weitergehen könnte. Die Aktualisierung der CoronaVO ließ uns etwas die Köpfe kratzen, und es erschien uns schon allein unklar, welche Kategorie von Einrichtung wir im Detail eigentlich sind.

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass die Reproduktionszahl derzeit nach wie vor um oder über 1 zu liegen scheint. Dass Menschen auf der Straße nicht mehr den vorsichtigen Abstand halten, den sie noch vor wenigen Wochen pflegten. Kurz gesagt, wir möchten nach wie vor nicht etwa das tun, was gerade noch erlaubt ist, sondern das, was wir für das Richtige halten.

Um uns und euch allen etwas mehr Planbarkeit zu bieten, legen wir deshalb fest – ohne genau zu wissen, wann und wie wir wieder öffnen könnten – dass wir das definitiv nicht vor Pfingsten tun werden. Alle anstehenden Präsenztermine bis einschließlich 1.6.2020 sind bereits wieder aus dem Kalender entfernt. Einige Veranstaltungen finden in Onlineformaten statt, hierzu bieten der Kalender oder passende Newsposts auf der Seite mehr Informationen.

Wie es danach weitergeht, werden wir in knapp zwei Wochen entscheiden. Der Plan ist, dieses Mal wenigstens eine Woche vor Ende der gesetzten Frist über das weitere Vorgehen zu informieren – und auch hier lieber defensiver zu planen.

Ihr sollt aber auch abgesehen von Onlineformaten noch etwas vom Verschwörhaus haben. Falls ihr 3D-Drucke oder Lasercuts anfertigen möchtet, wendet euch bitte über kontakt20 at verschwoerhaus.de an uns – unsere FSJlerin Simone wird zwischendrin Drucke vornehmen und zur Abholung vorbereiten können, wenn alles weiter so klappt wie bisher.

Wir nutzen derweil intern die Schließzeiten und den nachlassenden Druck nach den Notfallmaßnahmen, um überfällige Wartungs- und Baumaßnahmen durchzuführen.

11. Mai, 11:30 Uhr
Kaufmann
PL

Ursprünglicher Text vom 13. März (mit Aktualisierungen):

Liebe FreundInnen und Gäste des Verschwörhauses,

wie gestern hier beschrieben haben wir – also die ehrenamtlich Aktiven des Verschwörhaus und ich als hauptamtliche Projektleitung – weiter diskutiert, welche Rolle wir in der aktuellen COVID-19-Pandemie wahrnehmen möchten.
Schon gestern hatte sich die Meinung gefestigt, lieber vorbeugend die anstehenden Elektroarbeiten im Haus mit einer vorläufigen Schließung des Verschwörhaus aus Gründen der Infektionshemmung zusammenzulegen – wie so oft bei uns nicht weil wir es unbedingt müssten, sondern weil wir es können und es vielleicht auch einfach ein Ding bei uns ist, lieber mal Maßnahmen durchzuführen bevor sie nötig sind, um langfristig mehr davon zu haben.

Deswegen habe ich die vorläufige Schließung des Verschwörhaus ab dem heutigen Freitag, dem 13. März, bis mindestens kommenden Freitag, dem 20. März 19. April voraussichtlich irgendwann im Mai angeordnet. Sämtliche öffentlichen Veranstaltungen in diesem Zeitraum in unseren Räumen werden entfallen. Der Zutritt von SchlüsselträgerInnen zum Haus ist auf ein Minimum zu reduzieren.

13. März, 18:20 Uhr (hier veröffentlicht um 19:34 Uhr)
Kaufmann
PL

Ursprünglicher Text vom 12. März:

Liebe FreundInnen und Gäste des Verschwörhaus,

wir – das heißt die ehrenamtlich Aktiven im Haus und ich als hauptamtliche Projektleitung – beschäftigen uns seit einigen Tagen, wie wir als Anlaufpunkt für viele interessierte Menschen mit der COVID-19-Krankheit umgehen möchten.

Aktuell geben die Fallzahlen in Ulm und den umgebenden Landkreisen keinen Anlass zur Beunruhigung. Die medizinische Versorgung in Ulm liegt zudem weit über dem deutschlandweiten Durchschnitt, so dass wir die kommenden Entwicklungen hoffentlich gut stemmen können werden.

Wir möchten aber auch darüber hinaus unseren Teil dazu beitragen, dass wir als Gesellschaft die Infektionskurve so flach wie möglich halten.

Hinweise zur guten Händehygiene und richtigem Niesen und Husten sind für uns schon seit 2016 Teil der Ausstattung auf den Toiletten – wir machen halt alles, bevor es cool ist. Wir Streber. Sorry, not sorry. Ich bitte alle, die zu uns kommen, direkt nach Betreten des Hauses die Hände zu waschen – wenigstens 20 Sekunden lang, mit warmem Wasser und Seife. Bitte verzichtet auf körperlichen Kontakt wie Hände schütteln und Umarmungen, und lüftet die Räume regelmäßig.

Ich habe zudem am Dienstag abend die namentliche Registrierung aller Teilnehmenden an Veranstaltungen und Arbeitseinsätzen angeordnet, um im Falle eines Erkrankungsfalles die Kontaktketten nachvollziehen zu können. Die Namenslisten werden sicher verwahrt und nach 21 Tagen vernichtet, sofern sie nicht für den oben beschriebenen Zweck gebraucht werden.

Ich bitte alle BesucherInnen des Hauses zudem, vor der Anreise zum Haus noch einmal in sich zu gehen, ob sie sich unpäßlich fühlen und im Zweifelsfall bei Symptomen wie trockenem Husten lieber auf einen Besuch zu verzichten.

Wir wägen aktuell ab, ob wir kurzzeitig weitergehende Maßnahmen ergreifen möchten. Nicht, weil wir es müssen, sondern weil wir es können, und es hoffentlich niemandem weh tut. Zu dieser Argumentation trägt bei, dass aktuell im Gebäudeteil Nummer 7 Elektroarbeiten stattfinden, in deren Rahmen in Kürze ohnehin für ein bis zwei Tage die Stromversorgung im Erdgeschoss komplett abgestellt werden muss. Eventuell können wir diesen Arbeitsabschnitt in die kommende Woche verlegen. Ganz analog zu IT-Systemen, in denen einfach Wartungsarbeiten mal passend gelegt werden, zum Vorteil aller.

Ob wir so verfahren, werde ich hier entsprechend nachtragen, sobald die Entscheidung gefallen ist.

12. März 2020, 20:25
Kaufmann
PL

2020-03-12, 20:43: Self-Screening nachgetragen
2020-03-13, 19:34: Vorläufige Schließung nachgetragen
2020-03-15, 19:12: Ausdehnung der Schließung bis 19.4.
2020-05-01: Ausdehnung bis Mai
2020-05-11, 11:30: Ausdehnung bis 1.6.

CVE sind die Common Vulnerabilities and Exposures – eine Liste aktueller Schwachstellen und Sicherheitslücken in Computersystemen. Der gemeinsame Austausch sorgt dafür, dass ExpertInnen in der ganzen Welt gemeinsam daran arbeiten können, Schaden abzuwehren und Lücken zu beseitigen. Ein schlechterer Witz ist mir leider nicht eingefallen, sorry.