Resource Exhaustion: Wir waren auf dem 36C3

Wie schon in den vergangenen Jahren waren wir zwischen Weihnachten und Neujahr beim 36C3, dem 36. Jahrescongress des Chaos Computer Club in Leipzig. Und wie in den vergangenen Jahren waren wir dort Teil der großartigen WikiPaka-WG, der gemeinsamen WG von Wikimedia Deutschland, Open Knowledge Foundation, mediale pfade – und eben uns. Neben den angeschlossenen „Vorgärten“ aus Verstehbahnhof, den ChaosPatInnen und – diesmal neu – der JunghackerInnengruppe chaos.jetzt gehörte auch in diesem Jahr wieder eine eigene Bühne und ein eigener Workshopspace mit dazu, die in den vier offiziellen Congresstagen mit ordentlich Programm befüllt wurden.

20 Vorträge mit 13,5 Stunden Laufzeit wurden dort über unser Video-Setup und die Infrastruktur des c3VOC gestreamt und aufgezeichnet. Einige davon werden erst noch in den kommenden Tagen endgültig online gehen, denn – auch das war dieses Jahr neu – wir waren Versuchs- und Ausbildungsbühne auf dem Congress. Bereits ab dem 17. Dezember waren WG-MitbewohnerInnen für den Aufbau in Leipzig, und Leute von uns waren selbst über die Weihnachtstage vor Ort, um schon zum 23.12. eine technisch vollständige Bühne zum Laufen zu bringen. Auf der konnte das VOC seine neue Software vorab testen, die dann während des Congress live auf allen Bühnen im Einsatz war. Und deswegen gab es auch ein paar technische Pannen, die nun Nacharbeit bei den Videos nötig machen 😀

Doch auch die Ausbildung des HackerInnennachwuchs war uns ein Anliegen. Ab dem Tag vor dem Congress konnten Interessierte eine Einführung in Kameraführung, Bild- und Tonabmischung bekommen. Und erstmals hatten wir auch eine Übersetzungskabine für das c3lingo-Team bei uns, in der EinsteigerInnen mit vergleichsweise wenig Druck selber einmal ausprobieren konnte, Vorträge von und nach Englisch (oder in andere Sprachen) zu übersetzen. Die Ergebnisse lassen sich in den Zusatztonspuren der Vorträge anhören 🙂

Neben dem aufgezeichneten Programm gab es zudem eine Vielzahl nicht aufgezeichneter Vorträge und Workshops. Von einer Einführung in das Onlinezugangsgesetz bis zum Hands-on-Workshop, wie sich eigene Distributionen bauen lassen, war hier sehr viel geboten.

Und nicht zuletzt haben bei uns im Haus Aktive dieses Mal richtig viel gestalterischen Einfluss auf den „großen“ Congress genommen. Nachdem Bine alias bleeptrack beim 35c3 bereits den inoffiziellen Schildergenerator gebaut hatte, hatte sie dieses Mal das ganz offizielle Congress-Design gestaltet und gemeinsam mit blinry die Eröffnungs- und die Schlussveranstaltung verantwortet. Ganz großes Kino! Bine hat ihre Eindrücke in einem ihrer Work-in-Progress-Videos aufbereitet, das sich anzusehen sehr lohnt.

Und als sei das nicht genug, hatten Max alias robbi5 und Consti alias ubahnverleih an Tag 4 noch einmal die zweitgrößte Bühne des Congress, um mit „Verkehrswende selber hacken“ nicht nur zu zeigen, was sie privat an Forschung rund um Bike- und Scootersharing betrieben haben, sondern auch dazu aufzurufen, es ihnen gleich zu tun und den eigenen technischen Sachverstand zum Nutzen der Allgemeinheit einzusetzen. Die beiden sind seit Sommer 2019 Teil einer Fellowship der Stadt Ulm, die sich zum Ziel gemacht hat, im Verschwörhaus entstandene Ideen als „richtige“ öffentliche Angestellte auch zu verstetigen und so auch dazu beizutragen, diese technische Expertise in die Verwaltung zu tragen. Das gibt’s bislang sonst nur selten anderswo zu sehen 🙂

Die Zeit seit Neujahr haben wir indes mit dem Rücktransport der ganzen Technik aus Leipzig und dem Einsortieren aller Dinge zurück ins Haus verbracht, so dass wir ins neue Jahr 2020 starten können – seit gestern geht es mit dem Jugend hackt Lab ins neue Jahr, heute treffen sich Bewerbungscafe und CTF-Treffen erstmals wieder, und Freitag startet erstmals F.U.C.K. Ulm. Ein gutes Neues also! 😀

Neu: F.U.C.K – Frauen Und Computer Kram Ulm – Treffen

F.U.C.K – Frauen Und Computer Kram – richtet sich an alle Frauen (damit meinen wir Personen, die sich, zumindest hauptsächlich, als Frauen identifizieren), die sich für Computer,Hardware, Hacken, Basteln, Coden, Löten und allen anderen ähnlichen Kram interessieren.

Inspiriert von Heart of Code und dem CCC München wollen auch wir einen Raum schaffen, in dem Frauen sich frei von Ängsten und Vorurteilen über Computer Kram austauschen und lernen können – egal ob du noch ganz am Anfang stehst, oder schon mittendrin bist, du bist herzlich willkommen!

Klingt gut? Klingt gut! Komm einfach bei unserem ersten Treffen am 10.01.2020 ab 19 Uhr im Verschwörhaus vorbei, wir freuen uns schon!

Was es mit F.U.C.K. auf sich hat, kannst du auch in diesem Beitrag von der GPN 2018 ansehen:

Xmas-Party und Besuch von Radio 7 im Jugend hackt Lab

Am Dienstag (17.12 um 17 Uhr) lassen wir das Jahr im Jugend hackt Lab ausklingen mit einer kleinen  Lab-Xmas-Party. Neben Lebkuchen, Plätzchen und natürlich Club Mate, seid ihr gefragt: Habt ihr Ideen oder Wünsche für das Lab in 2020? Was hat euch dieses Jahr am meisten gefallen? Daneben kann natürlich gecodet und getüftelt werden. Als Special ist das Ulmer Radio 7 mit am Start und berichtet live über das Lab.

Das Jugend hackt Lab bietet seit Juli 2019 im Verschwörhaus ein kostenloses und regelmäßiges Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene als einer von zwei Standorten bundesweit. Neben offenen Treffen gibt es außerdem Workshops, Diskussionsvorträge oder Exkursionen. Begleitet werden die Angebote von ehrenamtlichen Mentor*innen aus Ulm und dem Ulmer Umkreis.

Wikidata-Weihnachts-Edit am 14.12.

Leon Brocard from London, UK, Nürnberger Lebkuchen, CC BY 2.0

Offenes Editieren heißt ein Treffen, um gemeinsam an der freien Enzyklopädie Wikipedia zu arbeiten, Dinge zu verbessern oder gar neue Artikel schreiben. Am 14.12. ist das nächste solche Treffen bei uns im Haus, von 14:30 bis 18:00 Uhr. Wie so oft in Ulm werden gleich mehrere Menschen vor Ort sein, die sich gut mit der Faktendatenbank Wikidata auskennen – das heißt, wenn du hier schon immer einmal mehr wissen wolltest, ist das die perfekte Gelegenheit. Und als wäre das alles noch nicht genug, gibt es Lebkuchen und Glühwein 😉

Codekunst Workshop mit bleeptrack

Mit Code lässt sich nicht nur die Welt verändern, sondern auch Kunst erstellen. Der Computer bekommt bestimmte Code-Parameter und den Rest erledigt er von selbst: ob mit Hilfe eines Schreibplotters, einer Fräsmaschine oder einer Projektion – alles ist möglich. Man nennt es Codekunst oder generative art. bleeptrack, aka Sabine Wieluch zeigt euch wie es geht 🙂

Wer sich davor Inspirationen holen möchte, schaut ins Ulmer Museum, in dem derzeitig bleeptracks Codekunst-Ausstellung bis zum 23. Feburar 2020 zu bestaunen ist. Sabine gewann jüngst den Förderpreis Junge Ulmer Kunst in der Sparte Bildende Kunst.

Samstag, 7. März 2020; 13:00 – 17.00 Uhr im Verschwörhaus

(Kostenlos und ohne Anmeldung, für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen)

Mehr Infos über bleeptrack findet ihr hier.

 

 

Dürfen Gottesanbeterinnen Sex haben? „NotGames“ sind anders!

Das Verschwörhaus lädt am 29. November 2019 um 20 Uhr sehr herzlich ein, mit dem Ulmer Lyriker Marco Kerler innovative „NotGames“ zu entdecken. Und zwar als Text-Adventure: das Publikum entscheidet, wie der Abend ablaufen wird.

Marco Kerler teilt an diesem Abend seine Erfahrungen mit Videospielen, von denen man nicht im Ansatz geglaubt hätte, dass es sie geben könnte: Spiele von fliegenden Bergen, trauernden Eltern oder der Frage, ob Gottesanbeterinnen Sex haben sollten. Einige der vorgestellten Spiele können vor Ort angespielt werden.

Darüber hinaus ist es Marco wichtig, Computerspiele als Kunstform zu begreifen, in der man sich auch selber kreativ ausdrücken kann. Videospiele müssen keine Grafikblender sein, sondern können aus simplen Text oder groben Pixeln bestehen. Dazu wird er den Ansatz von Anna Anthropy und verschiedene Spieleeditoren vorstellen, mit denen jeder seine eigenen Computerspiele entwerfen kann.

Freitag, 29. November 2019, 20.00 Uhr im Verschwörhaus

Eintritt: auf freiwilliger Spendenbasis

Anspielbare Spiele:

(Foto: BagoGames, CC by 2.0, Screenshot aus That Dragon, Cancer) 

Datenpoesie mit Jörg Piringer

Das Verschwörhaus und die vh Ulm laden im Rahmen der Bundesweiten Aktionstage Netzpolitik und Demokratie ein: Der Wiener Codepoet und Informatiker Jörg Piringer greift kritisch auf die immense digitale Datenspeicherung zurück und transformiert sie performativ in „datenpoesie“: manchmal als Techno-Poem ein andermal als visuelle Cyberpoesie. Sein Werk unterstreicht die Dringlichkeit einer kritisch-kreativen Auseinandersetzung mit Big Data und geschlossenen Quellcodes. Als Voreiter einer neuen kunst-digitalen Avantgarde tritt er erstmals mit seiner audio-visuellen Poesie vor Ulmer Publikum auf. Drinks und digitale Beats gibt es im Anschluss.

Eintritt 8€ / ermäßigt 6€.

Freitag, 15. November 2019, 20.00 Uhr

Afterparty im Anschluss

Poster gerne ausdrucken und teilen 🙂

https://www.facebook.com/events/2096311654006603/

Abschlusspräsentation von Jugend hackt im Haus der Gewerkschaften

Dieses Jahr ist es wieder soweit: Das Jugend hackt Event findet vom 1. November bis zum 3. November ein weiteres Mal im Verschwörhaus statt. Das diesjährige Motto lautet „Mit Code die Um:Welt verbessern“. Ca. 50 Jugendliche von 12 bis 18 Jahre, sowohl aus Ulm, dem Ulmer Umland und dem bundesdeutschen Raum treffen sich ein Wochenende lang, und entwickeln ihre eigenen Projekte. Unterstütz werden sie dabei von ehrenamtlichen Mentor*innen.

Wir laden Sie ganz herzlich zur Abschlusspräsentation der Projekte am 3. November 2019 um 13.00 Uhr ins Haus der Gewerkschaften ein.

 

3D-Drucker Workshop mit David Jaeckel

Du wolltest schon immer einmal wissen, wie der 3D-Drucker funktioniert? Deine Idee zum Leben erwecken? Der Programmierer und langjährige JH-Mentor David Jaeckel zeigt euch wie ihr eure eigene Formen drucken könnt. Zuerst gibt es spannenden Input über verschiedene 3D-Drucker-Modelle, Druckmaterial, und 3D-Druckersoftware. Danach gehts direkt ans Experimentieren am Drucker.

Wie immer ist unser Lab-Workshop offen für alle Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren.

Nicht verpassen 😉

Samstag, 26. Oktober, 13.00-17.00h

Veranstaltungshinweis: ulm.macht.zukunft mit Shary Reeves am 1. Oktober

Als Verschwörhaus-Ehrenamtliche haben wir vor etwas mehr als einem Jahr die Bewerbung der Stadt als „Zukunftsstadt 2030“ in der dritten Runde unterstützt – und freuen uns, dass dies geklappt hat. Am 1. Oktober gibt es nun ab 18:00 Uhr im Roxy dafür eine Auftaktveranstaltung mit dem Titel »ulm.macht.zukunft«. Unten findet ihr die offzielle Einladung, meldet euch an und kommt gern vorbei 🙂


Wie sieht sie wohl aus, unsere Stadt der Zukunft? Und welche digitalen Lösungen können unser Leben dort wirklich verbessern? Shary Reeves, die beliebte Schauspielerin, Autorin und ehemalige Moderatorin des KIKA-Wissensmagazins »Wissen macht Ah!«, erläutert, wie wir uns eine nachhaltig geprägte Stadt in der Zukunft vorstellen können und welche Möglichkeiten die Ulmer Stadtgesellschaft hat, sich aktiv einzubringen.

Die Veranstaltung gibt darüber hinaus Einblicke in die digitalen Aktivitäten der Stadt Ulm und ermöglicht interessierten Bürger*innen, sich über die beteiligten Institutionen und Unternehmen zu informieren. Unter dem Motto »Sensorik zum Anfassen« werden dazu auch Exponate der Projektpartner zu den Zukunftsthemen Mobilität, Bildung, Verwaltung und Demografie gezeigt. Das Projekt „Zukunftsstadt“ wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Eine Veranstaltung der Stadt Ulm, unterstützt von der Ulmer Volksbank und Gold Ochsen.
Sichern Sie sich einen Platz für die Veranstaltung am 01. Oktober im Roxy mit Shary Reeves und melden Sie sich an unter https://veranstaltung-stadt.ulm.de/zs2030/

Programm:
18:00 Uhr Einlass
18:30 Uhr Beginn

• Begrüßung Oberbürgermeister Gunter Czisch
• Projektpräsentation und Vorstellung der Wissenschaftspartner
• Key Note Shary Reeves
• Bekanntgabe Gewinner Innovationswettbewerb LoRa-Schaugarten
• „Sensorik zum Anfassen“ mit Exponaten der Projektpartner

ca. 21:30 Uhr Ende und Ausklang