Solidarisch durch die Krise: Mitgezeichnete Erklärung

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Der Verschwörhaus e.V. wurde angefragt, das folgende gemeinsame Statement mehrerer Organisationen in Ulm mitzuzeichnen. Dies hat der Vorstand per Beschluss und nach Einholung von Feedback unter den Ehrenamtlichen getan. Das Statement ist hier wiedergegeben, Formatierung wie im Original:

Die Covid-19-Pandemie hat ohne Zweifel die ganze Welt vor eine völlig neue Herausforderung gestellt. Die Maßnahmen, die getroffen werden mussten, um die Pandemie einzudämmen, sind hart und haben Auswirkungen auf fast alle Lebensbereiche – sowohl in der Wirtschaft, als auch im Bereich der Bildung oder im soziokulturellen Zusammenleben.
Am schwersten sind dabei häufig diejenigen betroffen, die schon vor der Pandemie Benachteiligungen ausgesetzt waren, wie geringfügig Beschäftigte, Geflüchtete oder chronisch Kranke.

Natürlich müssen Maßnahmen, die solch weitgehende Auswirkungen haben, deshalb kritisch diskutiert und eine Abwägung zwischen Grundrechtseingriffen und notwendigem Gesundheitsschutz immer wieder neu getroffen werden. Zudem muss geschaut werden, wie besonders betroffene Gruppen unterstützt werden können. Dafür gibt es schließlich in Deutschland demokratische Mitbestimmung, freie Meinungsäußerung und ein unabhängiges Justizsystem als letzte Kontrollinstanz.

Wer aber wie die sogenannten “Querdenker*innen” wissenschaftliche Fakten leugnet und jede persönliche Einschränkung, die dem Schutz anderer dienen soll, als diktatorische Maßnahme betitelt, verweigert sich dieser Debatte. Einfachste Umgangsregeln wie Masken tragen und Abstand halten zu ignorieren sind kein Ausdruck von Freiheitsliebe, sondern von Unverantwortlichkeit und Egoismus. Menschen, die so handeln, gefährden damit nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die ihrer Mitmenschen und nehmen den Tod vieler billigend in Kauf.
Damit tragen sie nicht zu einer Verbesserung der Lage bei, sondern verschlimmern sie.

Wer wirklich an einer Lösung der Krise mitwirken möchte, muss hingegen Solidarität zeigen und auch mal persönliche Freiheiten und Bequemlichkeiten aufgeben sowie eine konstruktive, faktenorientierte Diskussion zulassen. Nur so lässt sich das Leben anderer schützen und die Auswirkungen von Gegenmaßnahmen ablindern.

Seit April finden auch in Ulm viele Demonstrationen zu dem Thema Corona und dessen Gegenmaßnahmen statt.
Besonders aktiv in Ulm ist dabei die Gruppe Querdenken 731, eine Gruppe, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ablehnt und teilweise das Virus komplett leugnet. Einzelne Personen von ihnen sind bundesweit vernetzt und organisierten die Großdemonstration in Berlin oder Konstanz mit.

Auf Kundgebungen von Querdenken 731 in Ulm wurde nicht nur die Existenz von Corona und Viren generell geleugnet, sondern es wurden auch Symboliken von Verschwörungserzählungen wie Q-Anon gezeigt und die Beteiligung verschiedener extrem Rechter Gruppen geduldet.
Der Beauftragte des Landes Baden-Württemberg gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, äußerte sich dazu folgendermaßen:

Die “Querdenker” haben sich mit Antisemiten verbündet und das muss man auch mal in aller Deutlichkeit sagen.

In Flyern oder Reden waren mehrmals Vergleiche der aktuellen Situation mit dem Nationalsozialismus und den Geschwistern Scholl zu beobachten. Dies wurde von vielen in Ulm verurteilt, darunter auch Dr. Nicola Wenge vom Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (DZOK):

Gleichgesetzt wird eine Demokratie, die zwischen dem Schutz der Gesundheit und der Freiheit ihrer Bürger abwägt, mit einem Regime, in dem weder individuelle Gesundheit noch Freiheit das Geringste zählten.

Es gehören mit Sicherheit nicht alle Menschen, die auf Querdenkendemos gehen, zu extrem Rechten Gruppen oder sind Anhänger*innen von Verschwörungserzählungen. Doch sie akzeptieren und tolerieren deren Anwesenheit und bieten so eine Plattform, die viele zur Radikalisierung und Rekrutierung zu nutzen versuchen.

Wir als unterzeichnende Organisationen bekennen uns zu einer weltoffenen und solidarischen Ulmer Stadtgemeinschaft.
Dazu gehört für uns ein solidarischer Umgang mit Krisen, genauso wie ein klares Zeichen gegen rechtes Gedankengut und Verschwörungsmythen!

Haltet Abstand, tragt Masken und achtet aufeinander.

 

Covid-19-Maßnahmenplan ab Juli 2020, aktualisiert Oktober 2020

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Zum 1. Juli 2020 wurde die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg reformiert und einige der bisherigen, separaten Verordnungen wurden darin zusammengefasst. Das erleichtert uns die Einschätzung etwas, wie wir künftig weiter vorgehen müssen, dürfen, können und sollen.

Kurz zusammengefasst der aktuelle Stand: So es die aktuelle Infektionslage zulässt, betreiben wir einen sehr eingeschränkten Öffentlichkeitsbetrieb. Neu-Einweisungen in Geräte und Ausstattung sind in diesem Rahmen vorerst weiterhin nicht möglich. Bei Überschreiten bestimmter Schwellwerte verschärfen wir die Maßnahmen entsprechend.

(Aktualisiert auf die Fassung der CoronaVO vom 19. Oktober 2020)

Ampel-Regelungen und Schwellwerte

  • Bei Überschreiten der 7-Tage-Inzidenz von 35 in der Region gilt zudem, dass in den Räumen stets eine geeignete (ggf nicht-medizinische) Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss.
  • Bei Überschreiten der 7-Tage-Inzidenz von 50 in der Region mit gleichzeitigem Wachstumstrend (R > 1) fallen alle öffentlichen Veranstaltungen und Öffnungszeiten aus. Notwendige Instandhaltungs- und Unterhaltarbeiten im Haus sind unter Beachtung aller Abstands- und Infektionsschutzmaßnahmen erlaubt.
  • Die jeweiligen Verschärfungsstufen werden wieder zurückgenommen, wenn der 7-Tage-Wert mehrere Tage wieder unter dem Schwellwert liegt bzw. wenn erkennbar ist, dass es keinen Wachstumstrend mehr gibt.

Generelle Auflagen

  • Der Zutritt zum Haus ist nicht erlaubt für Personen,
    • die in Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem letzten Kontakt noch nicht 14 Tage vergangen sind, oder
    • die typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus, namentlich Fieber, trockener Husten, Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns, aufweisen,
  • Ihr sollt direkt bei Betreten des Hauses die Hände gründlich mit Seife waschen und mit Einmalhandtüchern abtrocknen. Das ist nur in den Toiletten im Treppenhaus Nummer 7 möglich. Deswegen ist die Glastüre in Hausnummer 9 versperrt und soll nicht für Publikum geöffnet werden. Der Zutritt per Chipkarte ist erlaubt, falls Hausnummer 7 versperrt ist.
  • Direkt nach dem Hände waschen ist die Registrierung mit Name, Datum, Uhrzeit und einer Kontaktmöglichkeit erforderlich, damit Gesundheitsamt und/oder Ortspolizeibehörde mit den hinterlassenen Daten ggf. eine Infektionskettennachverfolgung betreiben können. Näheres zur Verarbeitung dieser Daten ist auf den ausliegenden Formblättern festgehalten.
    • Je Veranstaltung/Zusammentreffen ist eine Person als verantwortliche Person auf dem Formblatt einzutragen. In der Regel ist das die Person, die auf- und zuschließt oder das Treffen einberufen hat. Datum und Name der Veranstaltung nicht vergessen!
  • Wenn möglich, sollen sich nicht mehr als 20 Personen in den Verschwörhaus-Räumen befinden. Die aufgestellten Regeln kommen in dem Fall dennoch zur Anwendung. Die absolute Personenobergrenze richtet sich nach dem stets einzuhaltenden Abstand.
  • Beim Aufenthalt im Haus ist immer ein Abstand von wenigstens 1,50 Metern zwischen Personen einzuhalten, auch bei Bewegungen auf Verkehrsflächen.
  • Die Räume sollen während der Nutzung möglichst ständig durch geöffnete Fenster belüftet werden.
  • Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist empfohlen.
  • Diese Auflagen zu Zutritts- und Teilnahmeverboten, Abstandsregeln, Hygienevorgaben und Händewaschauflagen und -möglichkeiten sowie die Umleitung vom Eingang Nummer 9 zu Nummer 7 sind in Aushängen auf Deutsch und Englisch einsehbar.

Hintergründe und Erklärung

Wieder und wieder kamen und gingen die Fristen, bis zu denen die Einschränkungen der CoronaVO gelten sollten. Mehrfach war es so, dass zum kommenden Montag die Verordnung auslief, und die Regierung erst im Laufe des Samstag mittag davor bekannt gab, welche Auflagen und Regeln danach gelten sollten. Das war etwas zermürbend und hat auch einige Male die bereits skizzierten Pläne wieder umgeworfen.

Lange war außerdem nicht klar, unter welche genaue Regeln das Verschwörhaus fallen würde. Handelt es sich um einen Veranstaltungsort im Sinne der (zum 1.7. entfallenden) CoronaVO Veranstaltungen? Dann hätte es jedes Mal ein im vorhinein festgelegtes Programm und fest zugewiesene Sitzplätze geben müssen – auf „wir sägen was im Keller“ passte das einfach nicht. Sind wir gar „Anbieter für Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumlichkeiten“? Dann hätten wir gemäß der ebenfalls zum 1.7. entfallenden Verordnung sicherstellen müssen, dass immer nur eine Person auf einmal einen Toilettenraum betritt. Und überhaupt, wer sind wir eigentlich, und wenn ja, wie viele? Bei uns gibts keine Bildungsabschlüsse, d.h. wir fielen erstmal nicht unter Bildungseinrichtungen, und Jugendhaus war auch nicht das richtige, und eigentlich gibt es einen Verein, aber was ist mit den Besucher:innen, die nicht im Verein sind, und wie verhalten sich hauptamtliche Beschäftigte der Stadt dazu und [hier Schreigeräusch einfügen].

Das war der Grund, warum ab Juni erst einmal eine ausdrücklich nicht-öffentliche Lockerung in Kraft trat: Diejenigen, die die Infrastruktur und die Gerätschaften im Haus regelmäßig warten und ausbauen, sollten das nun auch legal tun dürfen. Mit der Konsolidierung der Verordnungen zum 1.7. versuchen wir uns jetzt auch an einer vorsichtigen Wiederaufnahme des Betriebs.

Das ist jedoch erst einmal alles unkartiertes Terrain. Der Betrieb und die Angebote sind zum überwiegenden Teil von der Zivilgesellschaft für die Zivilgesellschaft. Das heißt, erst einmal heißt es, langsam überhaupt wieder mal die vielen Ehrenamtlichen im Haus zu haben, die vorher monatelang gar nicht oder nur sporadisch hier waren. Und von einzelnen, die sich weiterhin relativ strikt in ihrer direkten Bezugsgruppe isolieren, habe ich auch schon gehört, dass sie ausdrücklich weniger ins Haus kommen werden, wenn hier wieder offener ist.

Das wird für die kommenden Wochen bedeuten, dass wir uns erst einmal langsam an die neue Betriebsrealität herantasten werden: Mit einem Programm, dass sich zunächst einmal weniger an die breite Öffentlichkeit richtet, denn an die vielen Aktiven, die nun schon lange nicht mehr hier im Haus waren. Von dort aus werden wir Schritt für Schritt erproben, ob und wie es weitergehen kann.

Das ist unbefriedigend für alle die, die schon längst einmal neu ins Haus kommen und Dinge tun wollten, vor allem nach den langen Wochen der Isolation. Eine bessere Alternative fällt uns aber derzeit nicht ein.

“Empowering Woman – Corona Edition Ulm” mit f.u.c.k und clubalpha

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Liebe F.U.C.K-Teilnehmende und Interessierte,

leider konnten wir aufgrund von Corona und dadurch entstandenen Veränderungen nicht direkt für euch da sein, dafür starten wir im Mai in eine sehr spannende neue Runde!

Ihr wolltet euch schon immer mal mit Frauen in Führungspositionen austauschen und von ihren Erfahrungen hören, ein paar Tipps abgreifen und dabei vielleicht sogar Erfahrungen teilen? Dies wird bei unserem nächsten Termin mit den clubalphas möglich sein.

Am 12.5., 19h bieten wir ein virtuelles Speed-Dating an, bei dem sich Mentorinnen und Mentees finden und zu weiteren Aktionen verabreden können. Wir nennen das einfach mal

„Empowering Women – Corona Edition Ulm”

und sind schon sehr gespannt was dabei heraus kommt. Um die notwendige Software wird sich gerade gekümmert und wir informieren rechtzeitig über den genauen Ablauf.

Dazu bitte einfach formlos per Mail (jana.funke “at” uni-ulm.de) oder Direktnachricht bei mir anmelden.

Was wir gerade tun

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Seit mehr als drei Wochen ist das Verschwörhaus nun geschlossen. Das verursacht bei manchen zwar schon Entzugserscheinungen, ist aber angesichts exponentieller Wachstumskurven der Covid19-Pandemie durchaus geboten. Es ist aber nicht so, als würden alle bei uns Aktiven nur zuhause sitzen und Däumchen drehen – ganz im Gegenteil, die vergangenen Wochen waren voller Aktivitäten, von denen wir hier kurz berichten wollen.

Jugend hackt: Geht auch dezentral!

Foto CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Leonard Wolf

Den Anfang macht die tolle Jugend-hackt-Community, die auch in Zeiten von distant socializing Wege gefunden hat, beisammen zu bleiben. Einem Wunsch der Jugendlichen in der Jugend-hackt-Austauschplattform Zulip folgend entstand binnen vier Tagen ein gemeinsamer Remote-Hackathon vom 19. bis zum 22. März 2020. Selbst für einen abendlich eingespielten Music-Act war dort Raum – eine spannende Erfahrung in Zeiten, in denen gerade sehr viel über Videokonferenzplattformen abläuft.

Videokonferenzplattformen sind auch das Mittel der Wahl, um im Jugend-hackt-Lab Ulm weiterzumachen. Der eigentlich als Präsenzveranstaltung geplante Ferienworkshop mit der e.tage findet diese Woche per Videotelko statt – Organisator Mat Loewe hat gemeinsam mit unserem Lab-Koordinator Tom in Windeseile ein Online-Alternativprogramm aus dem Boden gestampft, das derzeit läuft.

Auch der kommende Lab-Workshop am 17. April wird auf ähnliche Weise online stattfinden. Das hat zudem den Vorteil, dass wir Menschen als MentorInnen zuschalten können, für die ansonsten die Anreise aus Hamburg für einen Nachmittag gar nicht so einfach wäre – aus der Not wird so eine Tugend gemacht!

Amtshilfe und Videokonferenzsoftware

Damit das überhaupt funktionieren kann, leisten viele Menschen aus dem Verschwörhaus-Umfeld gerade Amtshilfe auf dem kleinen Dienstweg. Wir haben die Diskussion über kommerzielle Videokonferenzdienste aufmerksam verfolgt und uns dazu entschieden, auf Freier/Open-Source-Software basierende Lösungen auszuprobieren.

Wir haben uns hier für BigBlueButton entschieden, das ist eine Lösung, die vor allem aus der Onlinelehre kommt (und manchmal sieht man das dem System auch deutlich an). Max hat kurzerhand eine der Maschinen im Verschwörhauskeller dafür hergenommen und eine simple Installation hochgezogen, die wir seither verwenden. Das reicht vom Jugend hackt Lab über Orga-Telkos in verschiedensten Konstellationen bis hin zu städtischen Beschäftigten, die das System nutzen, wenn sie es benötigen. Seit gestern ist auch die Einwahl über klassisches Telefon möglich. Mehr zum Hintergrund, wie Verschwörhaus und Digitale Agenda gerade die städtischen Beschäftigten unterstützen, findet sich auch auf ulm.dev.

We averaged about 5-1/2 hours’ sleep apiece, and we are estimating that the sleep was good.

A propos BigBlueButton. In den Osterferien rollen die Fellows der Digitalen Agenda gerade das BigBlueButton-System für testwillige Schulen in Ulm aus. Die Fellowship ist eine Idee, die schon 2012/13 in Deutschland umzusetzen versucht wurde, angelehnt an die Code for America Fellowship: Menschen aus dem Civic-Tech-Umfeld (wie dem Verschwörhaus) kommen eine begrenzte Zeit in die Verwaltung, um mit ihrem Wissen Dinge voranzutreiben. Bislang waren die drei Ulmer Fellows sehr in zwei Förderprojekten eingebunden, über die ihre Stellen überhaupt geschaffen werden konnten. In der aktuellen Lage zeigt sich aber, wie dynamisch eine Verwaltung agieren kann, wenn sie die passende Expertise und Luft für Zusatzprojekte im eigenen Haus hat. Gemeinsam mit der Abteilung Bildung und Sport soll jetzt eine Sofortmaßnahme angestoßen werden, damit erste Schulen direkt nach den Osterferien versorgt werden können – und zwar ohne sie an proprietäre Produkte zu binden. Zitat:

Es wurde […] die Apollo 13 Metapher bemüht. Wir sollen jetzt in einem kleinen Team den “CO2 Filter” bauen und […] eine Einkaufsliste geben was wir brauchen

Die Zwischenüberschrift ist entsprechend aus dem Funkmitschrieb von Apollo 13 😉

Mehr zu diesem Projekt wird es in den kommenden Tagen als Erfahrungsbericht und Anleitung zum Nachmachen auf ulm.dev geben.

Masken und MakerVsVirus

Auch die Maker-Community engagiert sich, das Ihre beizutragen. Unter dem Titel Maker vs. Virus haben sich Fablabs, Hackspaces oder einfach nur Menschen mit 3D-Druckern zusammengetan, um passende Halterungen für Gesichtsschilde zu drucken. Diese können mit einer Folie versehen werden und reduzieren so den Kontakt von Aerosol mit dem Gesicht und vor allem dem Respirationstrakt der Tragenden.

In Ulm wurde recht schnell ein Hub eingerichtet, über den sich die hier Aktiven organisieren. Seit vergangener Woche produzieren das Verschwörhaus und das in unserem Hauskomplex untergebrachte Digitalisierungszentrum auf den jeweiligen Druckern passende Halter – und die Nachfrage ist durchaus da. Aus unserem Budget wurde vergangene Woche eine Bestellung über mehrere hundert Euro Filament ausgelöst, das wir hoffentlich bald anderen Makern in der Region bereitstellen können, die kostenfrei für medizinisches Personal produzieren möchten.

lokalwirkt: Öffnungszeiten und Lieferdienste

Aus der Code-for-Germany-Community entstand unterdessen in den vergangenen zwei Wochen die Plattform lokalwirkt.de

Das System basiert auf Einträgen von OpenStreetMap und erlaubt es, aktuell geänderte Öffnungszeiten, aber auch Liefer- und Abholmöglichkeiten einzutragen. Es baut von Anfang an auf Open Data auf und spielt die gesammelten Daten auch über eine Programmierschnittstelle aus, so dass es in beliebigen anderen Anwendungen nachgenutzt werden kann. So kannst du hier eintragen, wenn dein Lieblingsrestaurant auf Anruf Essen kocht und dann zu bestimmten Zeiten zur Abholung offen ist.

Die Plattform wird laufend weiter entwickelt – an manchen Stellen hakt es noch etwas. Wer sich beteiligen möchte, darf gerne auf Github mitentwickeln!

CVE COVID-19: Aktuelle Maßnahmen

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Dieser Text ist nicht mehr aktuell. Die Maßnahmen ab Juni/Juli 2020 sind hier erläutert.

Update vom 11. Mai 2020.

Anfang Mai hatten wir uns intern etwas ratlos beraten (haha), wie es weitergehen könnte. Die Aktualisierung der CoronaVO ließ uns etwas die Köpfe kratzen, und es erschien uns schon allein unklar, welche Kategorie von Einrichtung wir im Detail eigentlich sind.

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass die Reproduktionszahl derzeit nach wie vor um oder über 1 zu liegen scheint. Dass Menschen auf der Straße nicht mehr den vorsichtigen Abstand halten, den sie noch vor wenigen Wochen pflegten. Kurz gesagt, wir möchten nach wie vor nicht etwa das tun, was gerade noch erlaubt ist, sondern das, was wir für das Richtige halten.

Um uns und euch allen etwas mehr Planbarkeit zu bieten, legen wir deshalb fest – ohne genau zu wissen, wann und wie wir wieder öffnen könnten – dass wir das definitiv nicht vor Pfingsten tun werden. Alle anstehenden Präsenztermine bis einschließlich 1.6.2020 sind bereits wieder aus dem Kalender entfernt. Einige Veranstaltungen finden in Onlineformaten statt, hierzu bieten der Kalender oder passende Newsposts auf der Seite mehr Informationen.

Wie es danach weitergeht, werden wir in knapp zwei Wochen entscheiden. Der Plan ist, dieses Mal wenigstens eine Woche vor Ende der gesetzten Frist über das weitere Vorgehen zu informieren – und auch hier lieber defensiver zu planen.

Ihr sollt aber auch abgesehen von Onlineformaten noch etwas vom Verschwörhaus haben. Falls ihr 3D-Drucke oder Lasercuts anfertigen möchtet, wendet euch bitte über kontakt20 at verschwoerhaus.de an uns – unsere FSJlerin Simone wird zwischendrin Drucke vornehmen und zur Abholung vorbereiten können, wenn alles weiter so klappt wie bisher.

Wir nutzen derweil intern die Schließzeiten und den nachlassenden Druck nach den Notfallmaßnahmen, um überfällige Wartungs- und Baumaßnahmen durchzuführen.

11. Mai, 11:30 Uhr
Kaufmann
PL

Ursprünglicher Text vom 13. März (mit Aktualisierungen):

Liebe FreundInnen und Gäste des Verschwörhauses,

wie gestern hier beschrieben haben wir – also die ehrenamtlich Aktiven des Verschwörhaus und ich als hauptamtliche Projektleitung – weiter diskutiert, welche Rolle wir in der aktuellen COVID-19-Pandemie wahrnehmen möchten.
Schon gestern hatte sich die Meinung gefestigt, lieber vorbeugend die anstehenden Elektroarbeiten im Haus mit einer vorläufigen Schließung des Verschwörhaus aus Gründen der Infektionshemmung zusammenzulegen – wie so oft bei uns nicht weil wir es unbedingt müssten, sondern weil wir es können und es vielleicht auch einfach ein Ding bei uns ist, lieber mal Maßnahmen durchzuführen bevor sie nötig sind, um langfristig mehr davon zu haben.

Deswegen habe ich die vorläufige Schließung des Verschwörhaus ab dem heutigen Freitag, dem 13. März, bis mindestens kommenden Freitag, dem 20. März 19. April voraussichtlich irgendwann im Mai angeordnet. Sämtliche öffentlichen Veranstaltungen in diesem Zeitraum in unseren Räumen werden entfallen. Der Zutritt von SchlüsselträgerInnen zum Haus ist auf ein Minimum zu reduzieren.

13. März, 18:20 Uhr (hier veröffentlicht um 19:34 Uhr)
Kaufmann
PL

Ursprünglicher Text vom 12. März:

Liebe FreundInnen und Gäste des Verschwörhaus,

wir – das heißt die ehrenamtlich Aktiven im Haus und ich als hauptamtliche Projektleitung – beschäftigen uns seit einigen Tagen, wie wir als Anlaufpunkt für viele interessierte Menschen mit der COVID-19-Krankheit umgehen möchten.

Aktuell geben die Fallzahlen in Ulm und den umgebenden Landkreisen keinen Anlass zur Beunruhigung. Die medizinische Versorgung in Ulm liegt zudem weit über dem deutschlandweiten Durchschnitt, so dass wir die kommenden Entwicklungen hoffentlich gut stemmen können werden.

Wir möchten aber auch darüber hinaus unseren Teil dazu beitragen, dass wir als Gesellschaft die Infektionskurve so flach wie möglich halten.

Hinweise zur guten Händehygiene und richtigem Niesen und Husten sind für uns schon seit 2016 Teil der Ausstattung auf den Toiletten – wir machen halt alles, bevor es cool ist. Wir Streber. Sorry, not sorry. Ich bitte alle, die zu uns kommen, direkt nach Betreten des Hauses die Hände zu waschen – wenigstens 20 Sekunden lang, mit warmem Wasser und Seife. Bitte verzichtet auf körperlichen Kontakt wie Hände schütteln und Umarmungen, und lüftet die Räume regelmäßig.

Ich habe zudem am Dienstag abend die namentliche Registrierung aller Teilnehmenden an Veranstaltungen und Arbeitseinsätzen angeordnet, um im Falle eines Erkrankungsfalles die Kontaktketten nachvollziehen zu können. Die Namenslisten werden sicher verwahrt und nach 21 Tagen vernichtet, sofern sie nicht für den oben beschriebenen Zweck gebraucht werden.

Ich bitte alle BesucherInnen des Hauses zudem, vor der Anreise zum Haus noch einmal in sich zu gehen, ob sie sich unpäßlich fühlen und im Zweifelsfall bei Symptomen wie trockenem Husten lieber auf einen Besuch zu verzichten.

Wir wägen aktuell ab, ob wir kurzzeitig weitergehende Maßnahmen ergreifen möchten. Nicht, weil wir es müssen, sondern weil wir es können, und es hoffentlich niemandem weh tut. Zu dieser Argumentation trägt bei, dass aktuell im Gebäudeteil Nummer 7 Elektroarbeiten stattfinden, in deren Rahmen in Kürze ohnehin für ein bis zwei Tage die Stromversorgung im Erdgeschoss komplett abgestellt werden muss. Eventuell können wir diesen Arbeitsabschnitt in die kommende Woche verlegen. Ganz analog zu IT-Systemen, in denen einfach Wartungsarbeiten mal passend gelegt werden, zum Vorteil aller.

Ob wir so verfahren, werde ich hier entsprechend nachtragen, sobald die Entscheidung gefallen ist.

12. März 2020, 20:25
Kaufmann
PL

2020-03-12, 20:43: Self-Screening nachgetragen
2020-03-13, 19:34: Vorläufige Schließung nachgetragen
2020-03-15, 19:12: Ausdehnung der Schließung bis 19.4.
2020-05-01: Ausdehnung bis Mai
2020-05-11, 11:30: Ausdehnung bis 1.6.

CVE sind die Common Vulnerabilities and Exposures – eine Liste aktueller Schwachstellen und Sicherheitslücken in Computersystemen. Der gemeinsame Austausch sorgt dafür, dass ExpertInnen in der ganzen Welt gemeinsam daran arbeiten können, Schaden abzuwehren und Lücken zu beseitigen. Ein schlechterer Witz ist mir leider nicht eingefallen, sorry.