Internethilfswerk beim Schwörmontag

Ursprünglich war der Plan, mal testweise das Publikum vor dem Schwörhaus am höchsten Ulmer Stadtfeiertag mit WLAN zu beleuchten. Gerade liegt nämlich leihweise gleich ein Fünferpack Unifi-AC-PRO-Access-Points bei uns, und die hätten sich ja schön dazu angeboten.

Dann kam aber alles anders: Das Streaming-Zelt bekam über seine Funkstrecke ins Schwörhaus nicht genügend stabile Datenrate, um die Rede ins Netz streamen zu können. Also wurde schnell eine Netzwerkdose im 1. OG auf unser Netz gepatcht, ein Kabel aus dem Fenster geworfen und professionell über Laternen und Bäume abgespannt…

…damit die erste Schwörrede des neuen OB doch noch ins Internet kam 😉

Die Sache mit dem WLAN merken wir uns aber mal fürs nächste Jahr. Schwör!

Wir *haben* Internet ;)

Eigentlich hatten wir ja bereits zum Einzug am 1.7. Glasfaserinternet im Keller. Aber eben nur die blanke Faser.

Am 8.7. – drei Tage zu spät für den ersten Workshop, aber immerhin gerade passend für das Jugend-hackt-Mentor*innennachtreffen – kam dann auch das Endgerät dazu, damit wir auch was aus der Faser rausbekommen. Blöd nur: In unserem Rack im Keller sind nacheinander ein Singlemode-Patchfeld für den städtischen Anschluss und drei Multimode-Patchfelder für unsere Hausverkabelung aufgelegt. Aus dem SWU-Endgerät kommt aber nur Kupfer raus. Umpatchen von Single- auf Multimode kommt auch nicht in Frage, und ein passendes SFP-Modul für den SWU-Switch war auch nicht da.

Also funkte sechs Tage lang ein Billig-Plasterouter aus dem Keller ein wenig WLAN nach oben, krude an LAN- und Stromkabelverlängerungen gebastelt.

Dank einer Hardwareüberlassung aus Switchen und Medienkonvertern hatte das aber am „Schwörfreitag“ endlich ein Ende, und seither haben wir sowohl im vorderen Teil (der eigentlichen Hausnummer 9) sowohl schnelles Gigabit-LAN, als auch eine vernünftige Glasfaseranbindung vom Keller in den Multifunktionsraum 🙂

Für die „Patchpanel“ können wir nichts. Und ja, der Switch ist mittlerweile auch vernünftig verschraubt.

Für die „Patchpanel“ können wir nichts. Und ja, der Switch ist mittlerweile auch vernünftig verschraubt.

Nur den Plasterouter sind wir noch nicht los. Nichts hält länger als ein Provisorium.

Empfohlen

Das Verschwörhaus

Willkommen auf der Website des Verschwörhaus – dem „Experimentierfeld für die Welt von morgen“, mit 3D-Druckern, offenen Werkstätten, Vortragsräumen und vor allem jeder Menge Inhalte, um unsere Stadt Ulm gemeinsam in die Zukunft begleiten zu können!

Wir fahren seit Juni 2021 wieder den Betrieb hoch – in diesem Artikel kannst du nachlesen, welche Covid-bedingten Regeln derzeit gelten.

Wo ist das?

Das Verschwörhaus befindet sich im ehemaligen Sparkassenkomplex zwischen Synagoge und Schwörhaus (ja, daher kommt der Name :D) am Weinhof. Zugang ist über das Ladenlokal im Weinhof 9. Zugang während der Pandemie ist über den Eingang Weinhof 7

Wann ist dort offen?

Garantierte Öffnungszeiten haben wir zu den angekündigten Veranstaltungen und Terminen, die Du im Kalender findest. In der Regel haben alle Termine auch einen Begleittext, bei dem Du genaueres über die Veranstaltung und ggf. auch einen Anmeldelink findest.

Auch außerhalb dieser Termine ist immer wieder offen – folge am besten unserem Twitter-Account!

Dir reicht das nicht? Du willst Strickmaschinen hacken, Kindern und Jugendlichen löten und coden beibringen, ein Coderdojo oder eine Railsgirls-Gruppe anbieten oder hast Ideen für tolle Sprecher*innen? Dann schreib eine Mail an kontakt21 at verschwoerhaus punkt de!

Meilensteine

  • April 2016 Der Ulmer Gemeinderat beschließt eine Anschubfinanzierung von 70 000 Euro für das Projekt „Stadtlabor Ulm –das Experimentierfeld für die Stadt von morgen“. Es werden Räume der Sparkasse am Weinhof angemietet.
  • Juli 2016 Das Verschwörhaus geht an den Start. Mit den regelmäßigen Ulm-API-Treffen zieht schon das erste Veranstaltungsformat mit ein. Gemeinsam mit der regionalen Civic-Tech-Szene werden Ideen entwickelt, wie die neuen Räumlichkeiten mit Leben gefüllt werden können.
  • November 2016 So langsam trudelt immer mehr Einrichtung und Ausrüstung ein. Die „Pionier:innen“ des Maker-Mondays kommen zusammen. Das Motto: CNC, CAD und gefährliche Geräte! Außerdem: Die inititative.ulm.digital beginnt mit dem Aufbau eines LoRaWAN-Netzwerkes in Stadt und Umgebung. Im Haus findet sich eine Gruppe aus Ehrenamtlichen zusammen, die dieses Thema gemeinsam bearbeitet.
  • Dezember 2016 In Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeits-Hochschulgruppe startet das Nähcafe, die ersten Wikidata- und die ersten e.tage-Workshops finden statt. Der ehemalige Sparkassen-Tresorraum wird zur Holz- und Metallwerkstatt.
  • Anfang 2017 Der erste OpenStreetMap-Mapathon im Verschwörhaus! Bald darauf startet auch der Ubuntu-Stammtisch des Generationentreffs und das Bewerbungscafe für Geflüchtete zieht in unsere Räumlichkeiten.
  • September 2017 Jugend hackt findet zum dritten Mal in Ulm und zum ersten Mal im Verschwörhaus statt!
  • Dezember 2017 Zum ersten Mal schicken wir eine Delegation nach Leipzig auf den Chaos Communication Congress. Dort bespielen wir ab sofort jedes Jahr als „Wikipaka-WG“ mit Wikimedia Deutschland, Jugend hackt und einigen anderen Civic-Tech-Projekten einen eigenen Bereich!
  • Juni 2018 Die ersten CTF/PPP-Treffen finden im Haus statt.
  • Mai 2019 Das Verschwörhaus ist jetzt offiziell Jugend hackt Lab!
  • August 2019 Der Verschwörhaus e.V. gründet sich.
  • Dezember 2019 „Frauen Und Computer Kram“ (F.U.C.K.) startet.

Der erste große Hirnsturm

Nun haben wir zwar gleich mehrere hundert Quadratmeter, aber viel wichtiger ist ja: Wer mag darin etwas machen? Und was? Und was braucht es dafür alles? Deswegen waren am 5. Juli Vertreter*innen ganz verschiedener Gruppen bei uns zu Gast: Von Jugend hackt über Freifunk, Leute aus dem CCC– und dem OpenStreetMap-Umfeld, dem Freiraum, dem OK Lab/ulmAPI, lokale Wikipedianer*innen, oder einfach nur so Interessierte. Mit teilweise respektablen Anfahrten, beinahe aus München, zum Beispiel.

Gemeinsam haben wir mehrere Stunden lang erbrainstormt, was hier eigentlich alles passieren könnte. Welche regelmäßigen Veranstaltungen, Workshops und Treffen stattfinden könnten, und wie sich was davon auch an die Allgemeinheit richten kann. Wie das Haus und seine Angebote inklusiv und auch für Unerfahrene einladend und angenehm gestaltet werden sollten. Welche Infrastruktur nötig ist, woher diese vielleicht aus zweiter Hand zu bekommen wäre, und was unbedingt als erstes angeschafft werden muss.

Und nicht zuletzt auch: Wie eine ehemalige Sparkassenverwaltung etwas bunter werden kann 😉 Nicht schlecht für den fünften Tag im neuen Haus, oder?

Macht hoch die Tür

Am 1. Juli so gegen 16:30 gab’s endlich die Schlüssel für den Weinhof.

(Das Bild landete etwas verspätet auf Twitter :D)

Und natürlich wurde auch gleich am ersten Wochenende vorgelegt: Umräumen, aufräumen…

…Fenster putzen…

…und gleich wieder vollmalen 😀

Wir brauchen schnelles Internet!

Damit wir auf dem digitalen Bolzplatz auch genügend, äh, Digitales zum Bolzen haben, muss natürlich Internet her. Und angeblich hat die Stadt da im Keller auch eine Faser liegen. Nur war die nicht auffindbar.

Also mussten wir uns mal zur Leitung der Bürgerdienste Durch-Social-Engineeren und in historische Gewölbekeller absteigen. Weil wo sonst gibt’s Glasfaser, wenn nicht dort? 😀

Der Gemeinderat findet uns cool \o/

Nach acht Monaten Brainstorming, Konzeption und Vorbereitung ging am 28. März die Vorlage mit dem Namen GD 198/16 in den Hauptausschuss des Ulmer Gemeinderats – und wurde einstimmig angenommen! Damit ist der Weg frei für das „Experimentierfeld für die Stadt von morgen“ mitten in der Stadt, und die Finanzierung bis Ende 2016 gesichert! Yay! \o/ \o/ \o/

Die Südwest Presse berichtete kurz danach:

Braucht’s so was überhaupt, wo es „doch schon so Vieles gibt“? Dem begegneten Thomas Kienle, CDU („ein vorbehaltloses Ja“) und Lena Schwelling, Grüne („das ist wirklich ein verdammt geiles Projekt, 70.000 Euro dafür sind Peanuts“) mit demonstrativen Gegenpositionen.

Wir freuen uns darauf, das „verdammt geile Projekt“ in die Tat umzusetzen 🙂