Queere Lebenswelten - Workshop mit Young and Queer e.V. +++ fällt aus +++

++++++Aufgrund des aktuellen Umzugs des Verschwörhaus e.V. aus den Räumen, können wir den Workshop leider nicht anbieten. Es wird aber in der zweiten Jahreshälfte einen Ersatztermin geben :) ++++++

Das Jugend hackt Lab im Verschwörhaus ist mit einem weiteren Workshop am Start. Wir freuen uns am 25. Juni um 13.00h den Ulmer Verein Young and Queer im Hausi zu Gast zu haben. Im Workshop werden:

  • gängige Vorurteile hinterfragt, 
  • der Prozess des Coming-Outs an einem persönlichen Beispiel authentisch berichtet
  • geläufige Begriffe sexueller Orientierungen und Genderidentitäten anschaulich und interaktiv erklärt

Am Ende wird noch genug Zeit sein, sodass Teilnehmer*innen persönliche Fragen an die Vortragenden, welche selbst queer sind, stellen können.

Der Workshop ist kostenlos, offen für alle interessierten und ohne Anmeldung: einfach vorbei kommen.

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Infos zu Young and Queer e.V.

Das Thema „Sexuelle & geschlechtliche Vielfalt“ ist gesellschaftlich nach wie vor mit viel Unsicherheit, Unwissenheit und Vorurteilen behaftet, was sich in Berührungsängsten und im schlimmsten Fall in Ausgrenzung, Hass und Gewalt gegenüber queeren Menschen manifestieren kann.

Young and Queer e.V. möchte sich aktiv für die Rechte queerer Menschen einsetzen, um ein gemeinsames Leben in Vielfalt und gegenseitigem Respekt zu ermöglichen. Dabei ist das primäre Ziel der Arbeit, die Schaffung eines Bewusstseins für queere Themen in der Allgemeinbevölkerung. Young and Queer e.V. betrachtet sich dabei nicht als in sich geschlossene Community, sondern möchte einen offenen, gesellschaftlich geführten Dialog anregen, um gegenseitige Toleranz, Akzeptanz und Wertschätzung zu fördern.

Nähkurs für Anfänger*innen

Nähkurs für Anfänger*innen by HSGN x Jacke wie Hose 

Du möchtest endlich lernen, wie du Kleidung selbst reparierst oder Kleinigkeiten eigenständig nähst? Dann haben wir, die Hochschulgruppe für Nachhaltigkeit der Uni Ulm sowie Jacke wie Hose etwas für dich! 

Was? Einen Nähkurs für Anfänger*innen 
Wann? Sonntag, den 24.04.2022 von 13:00 bis 14:00 Uhr 
Wo? Verschwörhaus Ulm (Weinhof 9, 89073 Ulm) 

Gemeinsam werden wir die Basics des Nähens lernen und das erlernte Wissen an einem Brotbeutel umsetzen!

Für den Kurs brauchst du keine eigene Nähmaschine, denn dir stehen sowohl Nähmaschinen als auch Stoffe zur Verfügung. Wenn du dennoch Baumwollstoffe zuhause hast, kannst du sie gern mitbringen. 

Der Kurs ist kostenlos, bitte melde dich dennoch bis zum 18.04.2022 mit einer kurzen Mail an hg-nachhaltigkeit@uni-ulm.de an oder scanne den QR-Code zur Anmeldung ein. 

Wir freuen uns auf dich! Weitere Initiativen von uns findest Du unter https://www.uni-ulm.de/en/misc/hg-nachhaltigkeit/home/ und https://instagram.com/jackewiehose_upcycling?igshid=YmMyMTA2M2Y=.

Kleiderkarussell #FashionRevolutionWeek

Du hast keine Lust auf Fast Fashion, aber möchtest trotzdem Abwechslung in deinem Kleiderschrank? Dann komm zu unserem Kleiderkarussell während der Fashion Revolution Week! Diesmal veranstaltet die Hochschulgruppe für Nachhaltigkeit gemeinsam mit Greenpeace Ulm/Neu-Ulm und der IJM Hochschulgruppe das Kleiderkarussell im Verschwörhaus Ulm. Bring deine Klamotten vorbei und nimm andere mit - es muss nicht 1:1 getauscht werden. So wirst du deine ungetragenen Teile los und kommst mit supercoolen wieder nach Hause. Die Klamotten, die am Ende übrig bleiben, werden gespendet. 

 

Weitere Informationen:

Es gelten die aktuellen Corona Bestimmungen des Landes Baden-Württemberg (https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/). Bitte informiert euch tagesaktuell über die Bestimmungen im Verschwörhaus.

 

Bitte bring nur gewaschene und intakte Kleidungsstücke mit. Zum Reparieren von Kleidungsstücken kannst du gerne zu unserem Nähcafé kommen. Weitere Infos dazu unter https://www.uni-ulm.de/misc/hg-nachhaltigkeit/aktionen/naehcafe/.

Girls Day 2022 im Verschwörhaus

Was ist das Verschwörhaus? Und was gibt es alles so in einem Makerspace? Das wollen wir euch beim diesjährigen Jugend hackt Lab Girls Day in einem Workshop zeigen: 3D-Druck, LEDs löten oder gleich ein Raumschiff lasercutten? Ihr könnt euch nicht entscheiden: macht nichts, dann machen wir doch am besten alles :) - und als Goodie könnt ihr das Ergebnis mitnehmen.

In einem sonst männlich dominierten Bereich wollen wir euch den Safer Space bieten, den es dafür braucht. Als Verstärkung des Jugend hackt Labs sind Jana und Sabrina von Frauen und Computerkram an Board.

Ihr wollt dabei sein? Ganz unkompliziert ohne Anmeldung vorbei kommen am Donnerstag, 28. April 2022 ab 17 Uhr.

Der Girls’Day oder auch Mädchen-Zukunftstag richtet sich an Mädchen ab Klasse 5. Willkommen sind auch Schülerinnen höherer Klassenstufen.

Videospiele-Talk: Was macht Death Stranding so besonders?

Lasst uns über Games sprechen. Der japanische Spieleentwickler Hideo Kojima ist bekannt für seine kreativen und originellen Spielerzählungen. Vor allem die Metal Gear Solid Reihe von Konami machte ihn berühmt. Im Jahr 2015 gründete er sein eigenes Studio und begann Death Stranding zu entwickeln. Selbst der Trailer zum Spiel ist im eigenen Studio entwickelt - Kojima möchte den größtmöglichen kreativen Einfluss haben.

Death Stranding ist ein Spiel geworden, das sich von der üblichen Spielelandschaft unterscheidet. In der Computerspielszene ist auch von einem III-Spiel (gesprochen “tripel aj”) die Rede, also von aufwendigen Indie (Independent) Spielen, die dennoch Wert auf Grafik und Erzählung legen.

Um mit euch herauszufinden, was Death Stranding ausmacht, welche Symbole und Anspielungen auch auf unsere gegenwärtige Gesellschaft sich darin finden, haben wir die Gamerin und Kommunikationswissenschaftlerin Marie Friske eingeladen. Marie hat ihre Master-Arbeit über Death Stranding geschrieben und so auch viele Stunden am Analysieren des Spiels verbracht. Neben einem Input aus ihrer Analyse über Death Stranding von Marie, habt ihr die Möglichkeit ihr Fragen zu stellen und mit ihr über Death Stranding zu diskutieren, aber auch über eure Erfahrungen zu anderen Computerspielen.

Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich und offen für alle Interessierten ab 14 Jahren. Nicht-Schüler*innen müssen 2g+ erfüllen: genesen, geimpft und tagesaktueller Test. Beachtet hierzu die aktuellen Haus-Regeln.

Samstag, 9. April 2022 von 15 - 16 Uhr.

Parallel gibts einen live-stream: verschwoerhaus.de/live

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Bildquelle: Sergey Galyonkin from Raleigh, USA - E3 2018, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=79676854

Förderung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE)

Good news, everyone!
Der Verein hat sich um eine Förderung bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) bemüht, und was soll man sagen: Zur Überraschung und Freude aller haben wir diese bekommen!

Der Förderungszweck bezog sich auf Infrastruktur und Ausstattung und wir konnten mit den zugewendeten Mitteln eine beträchtliche Menge hochqualitativer Neuanschaffungen in das sowieso schon gut ausgestattete Haus bringen.

Durch diese Förderung, die uns sprichwörtlich in den Schoß gefallen ist, führen wie den Spirit des Hauses fort: Bildung, Forschung, Wissensvermittlung und auch mal eine Prise Schabernack.
Jetzt nur mit (noch) besserem Equipment!

Wenn ihr das neue Equipment bestaunen und euch damit beschäftigen wollt, dann kommt in der nächsten Zeit einfach mal wieder ins Verschwörhaus (je nach aktuell geltenden Corona-Regeln), denn es braucht natürlich auch jede Menge Freiwillige um diese ganze tolle Hardware zu bespielen.

Zwischenstand zum OpenBikeSensor

Im Juli wurden hier im Hausi OpenBikeSensoren (OBS) gebaut. Das sind Sensoren, die man am Fahrrad befestigen kann, und die dann den Abstand nach rechts und links messen können. Warum? Weil wir das Gefühl hatten, dass einen die Autos immer zu eng überholen. Nun haben wir zweieinhalbtausend Überholvorgänge getrackt und wollen mal eine Zwischenbilanz ziehen.

Fährt jemand mit einem OBS am Fahrrad durch die Stadt, so werden ständig die Daten gesammelt, neben den Überholabständen auch Zeit und Ort und viele mehr. Wird man nun überholt, so kann man am OBS einen Knopf drücken, und diese Daten werden markiert. Am Ende einer Fahrt hat man also eine große Tabelle von Daten. Natürlich verarbeitet man eine solche Tabelle nicht von Hand, sondern man hat ein Portal, auf das man diese Daten hochladen kann und alle Daten von verschiedenen Benutzer:innen sammelt. Die Software für das Portal haben wir von den Entwickler:innen des deutschlandweiten OBS-Projekts übernommen und lassen sie nun auf den Servern des Verschwörhauses laufen. Auf diesem Portal kann man jetzt den gefahrenen Track anschauen, und man sieht, wo man wie eng überholt wurde. Einige Tracks sind auch öffentlich zugänglich.

Darstellung eines Tracks vom Eselsberg in die Innenstadt mit mehreren Überholvorgängen.

Um jetzt aber zu erkennen, welche Straßen denn wirklich gefährlich sind, und wo wir “nur” die normalen 30% an Autos haben, die nicht wissen, dass es den gesetzlichen Mindestüberholabstand von 1,50m gibt, wollen wir natürlich nicht alle über 150 Tracks durchwühlen. Deswegen gibt es natürlich ein Skript, dass das für uns übernimmt: Dieses Skript sammelt alle Überholvorgänge aus allen Tracks, sortiert diese und ordnet sie Straßen zu und gibt uns am Ende eine GeoJSON, eine Datei, in der zu jeder Straße ein Haufen an Informationen steht - natürlich annonymisiert.

Histogramm der Überholabstände, Daten zur Straße und Kartenlegende

Neben der Verteilung der Überholabstände als Histogramm sehen wir auch Statistiken wie den durchschnittlichen Überholabstand, den Prozentsatz, wie viele Autofahrer:innen zu nah rankommen, und vieles mehr. Basierend auf den Prozentsatz können wir jetzt auch die Karte einfärben: Grün, wenn nur wenige Autofahrer:innen sich regelwiedrig verhalten, Gelb bei 50% und Rot bei mehr. Und schaut man dann mal auf die Karte, ergibt sich statt einem rosigen Bild eher ein rotes. Einige Straßen, die Probleme machen, sind den erfahrenen Fahrradfahrer:innen sicher bekannt: Söflinger Straße und Mähringer Weg sind wahrscheinlich die bekanntesten, hier ist die Straße neben den in der Mitte liegenden Tramgleisen sehr schmal, aber die Autos wollen halt trotzdem überholen.

Die Karte mit den ganzen Daten zum selbst durchklicken haben wir hier. Das sind jetzt viele Daten, wir haben einige durchgeschaut und überprüft, aber fehlerhafte Messpunkte können natürlich trotzdem noch vorkommen. Insgesammt sollte das aber dennoch einen ersten guten Eindruck vermitteln, wie es um den Fahrradverkehr in Ulm steht.

Wie geht es jetzt weiter?

Aus den Messergebnissen lassen sich klar politische Forderungen für ein besseres und sichereres Radfahren ableiten. Die Messergebnisse den Stadtverwaltungen präsentieren zu können, ist natürlich auf lange Sicht unser Ziel, damit dann notwendige Verbesserungen geschaffen werden können. Wie man aber auf der Karte sieht, sind einige Straßen super vermessen, bei anderen sieht es eher mau aus. Um also statistisch aussagekräftige Daten zu haben, müssen wir also immer weiter radeln und weiter messen. Hier suchen wir auch gerne Messfahrer :) Und auch bei uns Betreiber:innen des Portals wird sich wohl bald noch was ändern, wurde doch eine neue Software Version angekündigt.

Das OBS-Projekt ist also noch keineswegs abgeschlossen, aber jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um mal einen Zwischenstand festzuhalten und zu teilen. Weitere Updates werden natürlich bei zeiten folgen und wir freuen uns drauf, Ulm fahrradsicherer zu machen.

Verschwörhaus darf wieder öffnen, vorerst ohne Holzwerkstatt

Nach der Schließung am Freitag fand heute Vormittag im Verschwörhaus eine zweite Sicherheitsbegehung statt. Neben Feuerwehr und der Sparkasse als Vermieterin der Räume an die Stadt waren nun auch wir als Nutzerin mit dabei. Für die am Freitag festgestellten Mängel beim gebäudeseitigen Brandschutz konnte eine einfache Lösung gefunden werden. Die Schlösser wurden über Mittag direkt wieder zurückgetauscht und unsere Schlüssel funktionieren wieder. Somit können die geplanten Veranstaltungen im Erdgeschoss ab sofort wieder stattfinden (sofern pandemisch möglich).

Dies gilt leider nicht für die Holzwerkstatt im Untergeschoss. Dort kann bis auf weiteres kein Angebot stattfinden (z.B. am Maker Monday). Dies liegt zwar nicht an den Maschinen selbst oder unserer Einrichtung, aber für das zukünftige Angebot in der Holzwerkstatt müssen in den nächsten Wochen ein paar Fragen geklärt werden. Wir sind unendlich traurig, dass so ein wichtiger und beliebter Baustein unseres Angebots nicht stattfinden darf. Die Stadt und wir hoffen, dass hier bald passende Lösungen gefunden werden.

Wir danken allen, die heute dabei waren, für die konstruktive Zusammenarbeit.

Absage aller Veranstaltungen

Hinweis 29.11.2021: dies ist nicht mehr aktuell, siehe neuerer Blogpost

Am Freitag mittag wurden im Verschwörhaus die Schlösser getauscht und wir haben aktuell keinen Zugang den Räumen oder weitere Informationen dazu. Wir streben aktuell eine Klärung an. Leider müssen deshalb die kommenden Veranstaltungen kurzfristig abgesagt werden.

Das betrifft die Veranstaltungen dieses Wochenende, Kleiderkarussell #BoycottBlackFriday und Upcycling-Workshop | Bienenwachstücher. Dies tut uns aufrichtig leid, insbesondere auch für die Hochschulgruppe für Nachhaltigkeit und Greenpeace, die in die Organisation der beiden Angebote viel investiert haben.

Wir halten euch über Ersatztermine und weiteres auf dem Laufenden.

eure Verschwörhaus-Community

Danke Stefan, für fünf Jahre Verschwörhaus

Digitale Stadtentwicklung ist mehr als nur Technik und Buzzwords. Es braucht Köpfe, die zusammengesteckt werden und sich austauschen, die träumen, lernen, und die sich Neues ausdenken. Diese Köpfe kommen bei uns im Verschwörhaus zusammen, auf Einladung von Stefan Kaufmann. Nach fünf Jahren hat Stefan jetzt seine Stelle als Projektleiter aufgegeben. Wir wollen Danke sagen und in die Zukunft schauen.

Im Verschwörhaus kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen: Open-Data-Begeisterte sammeln Daten und pflegen Datensätze. Jugendliche experimentieren im Jugend-hackt-Lab. In der Werkstatt wird Holz gesägt und geschraubt. Es entstehen Hochbeete mit Sensorik und Selbst-Gieß-Funktion, auf denen alle Bürger*innen vor dem Verschwörhaus eine kleine Verschnaufpause einlegen können. Nicht zuletzt so wird dann auch das überregional bekannte Ulmer LoRaWAN mit konkreten Anwendungen gefüllt und in die Bürgerschaft getragen.

Kurz: Im Digitalen Ehrenamt setzen sich die Menschen hier in ihrer Freizeit dafür ein, dass die digitale Stadt zugänglich wird für alle.

Im Haus sind ganz verschiedene Menschen aktiv - manche sind nur kurz und für ein einzelnes Projekt da, viele engagieren sich ehrenamtlich und regelmäßig, und ein paar städtische Mitarbeiter:innen kommen auch mal nach Feierabend vorbei. Zur Unterstützung der ehrenamtlichen Struktur haben wir Mitte 2019 auch den Verschwörhaus e.V. gegründet, der sich als Trägerverein aber im Hintergrund hält. Wer mitmachen will im Verschwörhaus, muss kein Mitglied sein.

— sagt Simon, aktiv in der LoRa-Gruppe (jeden zweiten Mittwochabend).

Übrigens: Wenn wir hier »wir« schreiben, dann sind »wir« nicht der formale Vorstand des Vereins, sondern die Aktiven im »Hausi« – wie es gerne liebevoll genannt wird.

Stefan Kaufmann: Offene Arme, offene Räume

Es gibt nicht viele Orte in Deutschland, die so offen sind wie das Verschwörhaus. Geredet wird gerne über solche »Third Places«, Orte der Gemeinschaft, die eben nicht Arbeitsplatz oder Wohnung sind. Umso glücklicher sind wir über unser Verschwörhaus – und dankbar. Denn aus städtischer Sicht einen solchen offenen Raum bereitzustellen, ist nicht immer leicht: Die Stadt hat zwar das Gebäude gemietet, doch es muss von Menschen gestaltet werden. Denn wo Ehrenamtliche eigenverantwortlich gestalten sollen, kann es mitunter vorkommen, dass städtische Ansprüche zurückgestellt werden müssen.

Dafür hat sich Stefan Kaufmann stets stark gemacht. Vergangenen Freitag hatte er bei der Stadt Ulm seinen letzten Arbeitstag. Seit 2016 hat er in dieser Stelle das städtische Projekt »Stadtlabor«, also die Hülle des Verschwörhauses organisiert. Entstanden ist das Verschwörhaus ursprünglich aus der ulmAPI-Gruppe und Orga der ersten Jugend hackt Ulm Veranstaltung an der Uni, die Stefan mitgegründet hatte. Im Nachgang zum ersten Jugend hackt in Ulm entstand gemeinsam Brainstorming, Konzeption, und Vorbereitung, dies hat Stefan unermüdlich über Monate hinweg vorangetrieben, immer wieder engagierte Menschen mit eingebunden, und immer mit den zukünftigen Ehrenamtlichen als Gestalter*innen des Hauses im Blick. Bis der Gemeinderat am 28. April 2016 die Einrichtung beschlossen hat: »Stadtlabor Ulm - Das Experimentierfeld für die Welt von morgen«.

Seit 2016 hat sich viel getan. Als Leiter des städtischen Projekts »Stadtlabor« war Stefan Hausmeister, Ansprechperson für die Ehrenamtlichen, Anleiter für die Digital-FSJ-ler*innen, Netzwerker, Chronik, und Gehirn des Hauses (»Stefan, wo finde ich Heißkleber?« - »Im Klobürstenschrank«). Er hat Dinge möglich gemacht, voran gebracht und mit alledem diesen besonderen Ort geschaffen, mit dem er für immer verbunden sein wird.

Nicht der Sand, sondern das Getriebe

Das Haus sollte dabei nicht nur nach außen gut aussehen, sondern vor allem im Inneren für neue Ideen sorgen. Das zeigte schon einer der ersten Blogposts, die immer wieder Stefan selbst verfasste. Denn dokumentieren und Wissen teilen liegt in der DNA des Hauses:

Nun haben wir zwar gleich mehrere hundert Quadratmeter, aber viel wichtiger ist ja: Wer mag darin etwas machen? Und was? Und was braucht es dafür alles? Deswegen waren am 5. Juli Vertreter*innen ganz verschiedener Gruppen bei uns zu Gast: Von Jugend hackt über Freifunk, Leute aus dem CCC– und dem OpenStreetMap-Umfeld, dem Freiraum, dem OK Lab/ulmAPI, lokale Wikipedianer*innen, oder einfach nur so Interessierte. Mit teilweise respektablen Anfahrten, beinahe aus München, zum Beispiel.

Dienstag, 5. Juli 2016 — Der erste große Hirnsturm

So wurde das Verschwörhaus über die Jahre zum Ort des Wissensaustausches: Regional für interessierte Bürger*innen aus Stadt und Umland oder (inter)national für Vernetzungstreffen, beispielsweise der Wikidata-Community. Stets vorangetrieben von Stefan.

Konkretes Wissen über Digitalisierung, das wir über die Jahre im Haus gesammelt und geteilt haben, hat auch in der Pandemie dazu geführt, dass Menschen weiter zusammenkommen konnten – obwohl das Haus selbst heruntergefahren war und der Rest der Welt quasi still stand. Die Vorarbeiten dazu fanden durch die Menschen im Verschwörhaus statt: Wie kann man Videokonferenz-Software selbst betreiben und was braucht man für stabiles Streaming von Workshops und Vorträgen? Wie baut man eine virtuelle Welt, um sich in Zeiten der Pandemie kontaktlos zu treffen?

Ort der Begegnung – ganz besonders, wenn sonst nix geht

Dieses Wissen hat es ermöglicht, dass schon zu Beginn der Pandemie in unterschiedliche Richtungen Hilfestellungen, Expertise, und konkrete Unterstützung aus dem Haus kam. Beispielsweise entstanden auf den Servern im Haus BigBlueButton-Instanzen (BBB) – also eine Open Source-Videokonferenzlösung. Besonders zu Beginn der Pandemie wurde diese von dankbaren Ulmer Schulen und Abteilungen der Stadtverwaltung verwendet – teilweise ist das bis heute so. Des Weiteren kamen aus den hauseigenen 3D-Druckern Face Shields und Ohrenschoner für Uniklinik und Pflegepersonal, sowie CO2-Ampel-Bauteile. Auch wenn das Haus also von außen eher unbelebt schien, passierte innen sehr viel – über die Kabel und Server darin. Auch die Frauen* und Computerkram Gruppe (F.U.C.K.) konnte von der aufgebauten Infrastuktur, wie beispielsweise dem bereits erwähnten BigBlueButton, profitieren.

Wir konnten uns dank BBB die komplette Coronazeit weiter online treffen und sogar Workshops und Projekte gemeinsam durchführen, wie z.B. unseren kleinen Adventskalender. Besonders cool war, dass hierbei auch komplett unerfahrene Teilnehmende ein bisschen Programmiererfahrung sammeln und gängige Tools der Softwareentwentwicklung kennen lernen konnten.

— berichten Jana und Sabrina von F.U.C.K.

Neben der Pandemie auch noch Hochbeet bauen, OpenBike betreiben, OpenBikeSensor anschauen, Radwegmapping, mit der Allgäuer Ring-Fahrraddrängelgitter-Simulation Probleme aufzeigen, Kulturnacht organisieren – mit all diesen Dingen waren wir gut beschäftigt. Daher waren in den letzten Monaten leider nicht immer genug Kapazitäten übrig, um über alle Projekte auch auf unserer Webseite zu berichten, was sich in den nächsten Wochen wieder bessern soll.

Unser Verschwörhaus ist ein Erfolgsmodell. Es zeigt, wie man mit viel ehrenamtlicher Energie grundlegende digitale Infrastruktur aufbauen und betreiben kann. Aber: All das braucht seine Zeit (und Nerven!). Und es braucht jemanden, der uns Ehrenamtlichen dabei den Rücken freihält: das war bis jetzt Stefan als Projektleiter – oftmals auch außerhalb der üblichen städtischen Bürozeiten.

Und jetzt?

Noch ist unklar, wer zukünftig seitens der Stadt Ansprechpartner*in für die Ehrenamtlichen sein wird oder wie die Übergangszeit gestaltet wird. Die regelmäßigen Termine laufen jedoch entsprechend dem Kalender weiter!

Über den Sommer und Herbst hinweg haben wir versucht, das Haus vorsichtig zu öffnen und die Angebote vor Ort endlich wieder hochzufahren. Es finden einzelne Projekte und regelmäßige Termine in Präsenz statt, stets natürlich unter strengen Hygieneauflagen. Wir beobachten dabei auch weiterhin das aktuelle Infektionsgeschehen.

Wie es nun generell weitergeht, hängt auch davon ab, wer das städtische Projekt »Stadtlabor« in Zukunft in welcher Form und mit welchen Zielen koordiniert. Wir hoffen sehr, dass alle nächsten Schritte gemeinsam mit uns als Aktiven, mit Fingerspitzengefühl für ehrenamtliche Arbeit, und im Sinne der Historie und der Grundgedanken des Hauses gegangen werden.

Vor allem aber wollen wir an dieser Stelle Danke sagen – für die letzten 5 Jahren Verschwörhaus gemeinsam mit Stefan, und für alles was inzwischen zum Haus gehört und an diesem wunderbaren Ort passiert ist:

Danke, Stefan!

Mentor\*innen bei Jugend Hackt Ulm 2018 Mentor*innen bei Jugend Hackt Ulm 2018. Foto: Holger Dorn. Lizenz: CC BY 4.0

Titelbild: Stefan Kaufmann bei Jugend hackt Süd 2016. Foto: Eva-Maria Kühling. Lizenz: CC BY 4.0