Danke für alles, Juka!

Wenn wir im Sommer 2021 auf fünf Jahre Verschwörhaus zurückblicken werden, gehören dazu eigentlich auch über sechs Jahre Vorarbeit von vielen verschiedenen Menschen dazu.

Einer dieser Menschen ist Juka Wessalowski. Juka war viele Jahre lang – anfangs noch als Studentin der Medieninformatik an der Uni Ulm – eines der ersten Mitglieder der Open-Data-Arbeitsgruppe „datalove“ aus der später das OK Lab Ulm im Netzwerk „Code for Germany“ der Open Knowledge Foundation Deutschland wurde. Von 2012 bis 2014 war sie Mitorganisatorin der von der Hochschulgruppe organisierten OpenCityCamps, die mit die ersten überregionalen Vernetzungsveranstaltungen zu Open Data und Open Government in Baden-Württemberg waren, und auf denen die Grundsteine für viele bis heute nachwirkende Projekte gelegt wurden.

Seit 2011 war sie zudem in verschiedenen Arbeitsgruppen rund um die MINT-Nachwuchsförderung aktiv. Für eine nachhaltige Verankerung von Civic Tech und den Umgang mit Offenen Daten in einer Stadt ist die ständige Nachwuchsförderung ein Dreh- und Angelpunkt. 2014 war sie daher die Hauptorganisatorin hinter dem Plan, das bis dahin nur in Berlin stattfindende Förderprogramm Jugend hackt nach Ulm zu holen. Es ist maßgeblich ihr Verdienst, dass dieses mehrfach preisgekrönte Programm 2015 erstmals neben Berlin, Dresden, Hamburg und Köln unter ihrer Leitung und Führung auch in Ulm stattfinden konnte.

Das erste Jugend-hackt-Wochenende im Juni 2015 legte auch den Grundstein für die Verstetigung dieser Arbeit unterjährig, an einem für alle gut zu erreichenden Ort in Ulm. Der konkrete Entwicklungsprozess, an dessen Ende das Verschwörhaus stand, wurde bei einem Austausch mit dem späteren Oberbürgermeister Czisch am Rande der Abschlussveranstaltung angestoßen. In der darauf folgenden mehrere Monate langen Konzeptionsphase trug Juka mit ihrem hervorragenden Fachwissen immer wieder zum Konzept bei und schärfte die klare Linie, die das Haus für sich beansprucht. Neben dieser Arbeit und ihren Tätigkeiten unter Anderem als Jurymitglied des Deutschen Multimediapreis mb21 (2015) übernahm sie ab Juli 2016 eine tragende Rolle im Aufbau des Makespace, der Werkstätten, sowie in der Einwerbung weiterer Kooperationsprogramme wie den Familienlaboren, den Demokratielaboren, sowie Projekten mit vielen weiteren Akteuren in Ulm und darüber hinaus. Sie vertrat das Verschwörhaus und Ulm unter anderem beim Besuch der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin in Ulm, lokalen Veranstaltungen wie 7×7 oder – mehrfach – der Netzkonferenz re:publica in Berlin. Für ihre Arbeit konnte sie mehrere Preise, Nominierungen und Auszeichnungen entgegennehmen. Sie war 2016 Teil des ersten internationalen Jugend-hackt-Austauschprogramms mit dem Goethe-Institut und reiste mit einer Delegation nach Seoul; sowohl jugendliche Teilnehmer:innen als auch Mentor:innen von Jugend hackt in Ulm durften in den Folgejahren an Austauschprogrammen mit verschiedensten asiatischen Nationen teilnehmen. Nicht zuletzt war Juka die Ulmer Transferschnittstelle für viele der Projekte, die in anderen Städten durch ehrenamtlich Aktive im Netzwerk „Code for Germany“ und darüber hinaus stattfinden.

Durch ihren interdisziplinären Hintergrund verbindet sie dabei vielfach Horizonte miteinander. Außerhalb der unmittelbaren Jugend-hackt-Organisationsphasen leitete sie beispielsweise ein Team, das die Freie/Open-Source-Ticketshopsoftware pretix auf die komplexen Anforderungen der Anmeldungsanwicklung von Jugend hackt anpasste, was den Organisationsteams viel Handarbeit erspart. Die Rolle als erste hauptamtlich bei der Open Knowledge Foundation angestellte, aber außerhalb Berlins am Berührungspunkt zwischen Zivilgesellschaft und Kommune eingesetzte Vermittlerin hat sich als ungemein bereicherndes Konstrukt herausgestellt. Wir hoffen, dass auch in anderen Städten ähnliche Modelle entstehen!

Juka hat sich zu unserem großen Bedauern im Herbst 2020 dazu entschlossen, über die zum 31.12.2020 auslaufende Förderung hinaus keine Verlängerung ihrer Anstellung im Verschwörhaus anzustreben, sondern sich beruflich zu verändern. Dieser Ort wäre ohne sie nicht das geworden, was er ist – deswegen freuen wir uns sehr, dass sie nach dem Ende ihrer hauptamtlichen Tätigkeit weiter ehrenamtlich im Haus aktiv sein wird. Vielen Dank Juka für deine Arbeit – wir wünschen dir für deine Zukunft nicht weniger als das allerbeste und auch weiterhin viel Erfolg!